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Der österreichische Musikmarkt musste im vergangenen Jahr Umsatzeinbußen in Höhe von 9,8 Prozent hinnehmen. Wie aus dem Jahreswirtschaftsbericht hervorgeht, machten die im Verband organisierten Firmen 283 Millionen Euro (3,895 Milliarden Schilling) Umsatz. Insgesamt verkauften sie 20,6 Millionen Tonträger. Im Jahr 2000 waren es noch 23,5 Millionen Einheiten – ein Absatzminus von 12,8 Prozent. Das mit Abstand wichtigste Format blieb das CD-Album mit einem Umsatzanteil von 93,2 Prozent (92,8 Prozent im Vorjahr). CD-Singles und CD-Maxis verloren anteilsmäßig von 4,5 auf 4,1 Prozent.
Zuwächse verzeichneten hingegen die Vinyl-LP und die Musik-DVD mit Steigerungsraten von 70 beziehungsweise 178 Prozent. 80.000 Vinyl-Alben und 120.000 Musik-DVDs gingen 2001 über österreichische Ladentische. Für den allgemeinen Rückgang macht die IFPI verschiedene Faktoren verantwortlich: So bleibt auch die alpenländische Musikbranche nicht vor CD-Brennerei und Internet-Piraterie verschont. Laut einer GfK-Studie wurden im vergangenen Jahr 15 Millionen CD-Rohlinge (nach neun Millionen im Jahr 2000) und fünf Millionen Leer-Kassetten verkauft. Damit ist nahezu eine 1:1-Relation zwischen verkauften Original- und bespielbaren Tonträgern erreicht. Die Ausstattung der Haushalte mit CD-Brennern stieg innerhalb eines Jahres von acht auf 17 Prozent, während 550.000 Personen regelmäßig Musik aus dem Web luden.
Bereits bei mehr als einem Drittel (34 Prozent) aller mit Musik bespielten CD-Rs wurde als Quelle das Internet angegeben – eine Verdoppelung gegenüber dem Jahr 2000 (17 Prozent). 35 Prozent der Musikfans, die selbst brennen, gaben dabei an, deshalb weniger Original-CDs zu kaufen. Vor allem bei den Intensivkäufern (acht Prozent aller österreichischen Musikkonsumenten), die jährlich mindestens zehn Tonträger erwerben und einen Anteil von 30 Prozent am Gesamtumsatz der Branche verursachen, macht sich diese Substitution nach Ansicht der IFPI besonders bemerkbar. Der Verband folgert daraus, dass zwar das Interesse an Musik und der Konsum von Musik kontinuierlich steigen, aber nur etwa die Hälfte dieses Musikkonsums spiegele sich letztlich auch in den Verkäufen wider.



