Musik

Musikförderung im hohen Norden

In Norwegen greift der Staat der nationalen Popmusik nicht nur über ein Musikexportbüro unter die Arme. So lud das Außenministerium Mitte Februar ausländische Journalisten zur Musikmesse by:Larm nach Trondheim.

Neben Frankreich vermarktet Norwegen seine populäre Musik im Ausland am zielstrebigsten von allen europäischen Ländern. Das Büro von Music Export Norway (MEN) in Oslo fungiert als zentrale Koordinierungsstelle, die eng mit den Botschaften zusammenarbeitet. Folglich lud der norwegische Botschafter in Berlin eine Handvoll deutscher Journalisten zum by:Larm, der nationalen Musikmesse, nach Trondheim ein. Übrigens heißt das norwegische Wort „by“ auf Deutsch „Stadt“, während „Larm“ nichts anderes als „Lärm“ bedeutet. Der by:Larm fand bereits zum fünften Mal statt; früher wurden dabei Gruppen wie Madrugada, Röyksopp und Briskeby entdeckt, die inzwischen international Karriere machen.

In 15 Clubs des Hafenstädtchens Trondheim spielten über 50 norwegische Gruppen sämtlicher Klangfarben auf. Tagsüber gingen Teilnehmer besonders der Frage nach, wie norwegische Musik im Ausland noch mehr Anhänger finden könne. Höhepunkt des by:Larm war am Samstag die Verleihung der Alarm Awards in diversen Kategorien. Norwegische Musikschaffende werden nicht nur vom MEN unterstützt, sondern auch vom Kulturminister und vom Außenminister. Arne Gjermundsen, im Außenministerium für Kultur, Presse und Information zuständig, erklärt das Engagement seiner Behörde so: „Wir denken nicht nur an den Export, sondern wir verbessern das Bild von Norwegen kurzfristig. Das ist ein wichtiger Teil unserer Beziehung zum Rest der Welt.“

Konkret kümmmert sich das Außenministerium um Reisekostenzuschüsse für Musiker und um Kontakte zu ausländischen Medien. Nochmal Gjermundsen: „Wir haben nichts gegen traditionelle Folklore oder klassische Musik von Edvard Grieg, doch wir wollen die neue Seite des Landes präsentieren. Dabei stellen wir fest, dass es eine wachsende Nachfrage nach unserer Popmusik gibt. Wir haben diese Nachfrage nicht geschaffen, aber wir sind froh, sie unterstützen zu können.“