Musik

Musiker sind in der P2P-Frage gespalten

Wenn am 29. März vor dem Obersten Gerichtshof der USA darüber entschieden wird, ob die Betreiber von P2P-Anwendungen für die Urheberrechtsverletzungen ihrer Nutzer verantwortlich sind, soll der Supreme Court auch die Meinung einer P2P-freundlichen Künstlerkoalition berücksichtigen. U.a. befürworten Chuck D und Steve Winwood einen Freispruch für Grokster und StreamCast.

Wenn am 29. März vor dem Obersten Gerichtshof der USA darüber entschieden wird, ob die Betreiber von P2P-Anwendungen für die Urheberrechtsverletzungen ihrer Nutzer verantwortlich sind, soll der Supreme Court auch die Meinung einer P2P-freundlichen Künstlerkoalition berücksichtigen. In einer Amicus-Akte, die zahlreiche Musiker nun in Washington eingereicht haben, befürworten namhafte Künstler wie Chuck D, Jason Mraz, die Band Heart und Steve Winwood einen Freispruch für Grokster und StreamCast/Morpheus. Man verurteile selbstverständlich den Diebstiel von urheberrechtlich geschütztem Material, doch P2Ps wie Grokster oder KaZaA stellten für viele Künstler eine wichtige Vertriebsalternative dar.

Man wolle klar machen, dass „Musiker sich nicht generell gegen Peer-to-Peer-Filesharing stellen“. Erst Ende Januar hatten sich 54 Musiker, darunter Elvis Costello, Sheryl Crow und Dido, mit einer Anti-P2P-Eingabe an das Gericht gewandt. Doch Mraz, Winwood & Co. wollen nicht, dass alle Musiker in dieser Frage in die gleiche Schublade gesteckt werden. Für viele Musiker überwögen die Vorzüge von P2P bei weitem die Nachteile. Ein Verbot dieser Systeme nehme Künstlern die Chance, ihre Musik weltweit bekannt zu machen und in der Folge Geld zu verdienen. Mraz betont in diesem Zusammenhang, dass die Hälfte des Publikums, das zu seinen Konzerten kommt, seine Musik über Filesharingnetzwerke kennen gelernt hat.

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