Musik

Musikbranche Österreichs sieht Trendwende im Onlinegeschäft

In Österreich sind legale Downloadangebote auf dem besten Weg, illegalen Angeboten den Rang abzulaufen. Eine Umfrage der IFPI Austria zeigt die zunehmende Nutzung legaler Angebote. Auch die Aufklärung durch das Team um Franz Medwenitsch zeigt offenbar Wirkung.

In Österreich zeichnet sich ein deutlicher Trend zugunsten legaler Musikdownload-Shops ab. Laut einer von der IFPI Austria – Verband der Österreichischen Musikwirtschaft in Auftrag gegebenen Umfrage nutzen bereits 190.000 Musikinteressenten im Alter von elf bis 29 Jahren legale Angebote im Internet. Rund 90 Prozent aller Befragten wissen zudem, dass Raubkopieren illegal ist. „Mit der gleichzeitigen Eindämmung des illegalen Raubkopierens sind somit bei der Hauptzielgruppe der unter 30-Jährigen wichtige Voraussetzungen zur Etablierung des legalen Downloadmarktes geschaffen“, heißt es bei der IFPI Austria und ihrem Geschäftsführer Franz Medwenitsch. „Gewinner sind die legalen Onlinemusikshops.“

Diese positive Entwicklung sei „nicht zuletzt Folge einer mehrmonatigen intensiven Aufklärungsarbeit sowie der Bekämpfung von illegalem Filesharing mit rechtlichen Mitteln“. Im Rahmen der im Oktober 2004 gestarteten „Aktion scharf“ gegen Verletzungen des Urheberrechts wurden in Österreich bis jetzt 150 Verfahren gegen „Tauschbörsen-Nutzer“ eingeleitet; rund ein Drittel davon wurde außergerichtlich beigelegt, in anderen Fällen wurden Zivilklagen eingereicht, nachdem ein außergerichtlicher Vergleich scheiterte. „Der bisherige Verlauf der Aktion zeigt deutlich: An der Tatsache, dass Raubkopieren gegen das Urheberrecht verstößt, besteht kein Zweifel“, heißt es beim Branchenverband. Dies werde auch durch zahlreiche Gerichtsbeschlüsse bestätigt.

Dennoch befürchtet man in Österreich, dass etwa die Frage der Bekanntgabe von Userdaten durch die Provider die Gerichte noch länger beschäftigen wird. Hier lägen z.B. bei Fällen mit dynamischen IP-Adressen derzeit zwei unterschiedliche Beschlüsse von Gerichten zweiter Instanz in Wien und Linz vor. Beide Beschlüsse ließen jedoch keine Zweifel an der Illegalität von Filesharing illegal zu.

Die österreichische Musikwirtschaft setzt parallel zum Rechtsweg auch weiterhin auf Informations- und Aufklärungsaktivitäten und will sich dabei verstärkt an Jugendliche richten. So sei für das kommende Schuljahr ein Schulprojekt unter dem Motto „Ideen sind etwas wert“ für zehn bis 14-Jährige geplant, das „nachhaltiges Bewusstsein für den Wert kreativer und immaterieller Leistungen“ schaffen soll. Die Ergebnisse der aktuellen IFPI-Studie basieren auf einer Umfrage der Agentur Timescout, die im Dezember 2004 Interviews mit 850 Bürgern durchführte.

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