Ein Bundesgericht in Sydney hat die Betreiber der Verteilerwebsite MP3s4free der Urheberrechtsverletzung für schuldig befunden. Die australische Musikbranche feiert dies als Teilsieg im Kampf gegen Onlinepiraterie. MP3s4free hatte Links zu illegalen Downloadangeboten bereitgestellt. Das Gericht befand nun, dass nicht nur der Verweis auf und die Bewerbung von Piratengut im Netz strafbar ist, sondern dass unter bestimmten Umständen auch ein Internet Service Provider, der eine solche Indexsite hostet, zur Rechenschaft gezogen werden kann.
In diesem Fall trifft es den ISP ComCen und einige seiner Mitarbeiter. Sie alle wurden nun wie MP3s4free-Betreiber Stephen Cooper verurteilt, weil sie dem illegalen Treiben tatenlos zugesehen hatten. „Dies ist ein bedeutender Schlag im Krieg gegen die Piraterie“, erklärte Michael Kerin, Australiens neuer Piratenjäger. Unklar ist nur noch, wie teuer Cooper, einem ehemaligen Polizisten, sein Vergehen zu stehen kommen wird. Die Schadensersatzsumme könnte aufgrund der großen Menge an illegal verfügbar gemachtem Material sogar im dreistelligen Millionenbereich liegen.


