Musik

Musik gegen Repression und Ungerechtigkeit

Die neunköpfige Formation Ozomatli aus Los Angeles wurde bereits als Antwort auf Manu Chao gehandelt. Mit ihrer unberechenbaren Mixtur aus Salsa, HipHop, Reggae, Mariachi, Merengue und Funk überzeugt die Truppe auch auf dem dritten Album, „Street Signs“ (Real World/Labels/EMI).

Von Anfang an verstanden sich die Mitglieder der Band, die 1995 in Los Angeles von Will-Dog Abers und Raul „El Bully“ Pacheco während eines Arbeiterstreiks gegründet wurde, als politische Aktivisten. Und bis heute haben die Texte von Ozomatli wenig von ihrer Sprengkraft verloren. Noch immer singt die Formation in Songs wie „Love And Hope“ oder „(Who Discovered) America?“ über soziale Ungerechtigkeit und politische Repression. Auch der 11. September 2001 hat Spuren hinterlassen. „Unser letztes Album, ‚Embrace The Chaos‘, in das wir sehr viel Arbeit gesteckt hatten, wurde genau an diesem unglückseligen Tag veröffentlicht“, erzählt Saxophonist Ulises Bella. „Niemand hat in den Wochen nach dem Anschlag CDs in den USA gekauft. Wir sind mit unserer Platte in ein großes Loch gefallen“.

Aber die Band habe sich von dem Schock nach und nach erholt und in den folgenden Monaten sehr viel live gespielt, um sich über Wasser zu halten. Ozomatli bleiben weiterhin unberechenbar. Mit Unterstützung des legendären Pianisten Eddie Palmieri, des Schlagzeugers Mario Calire (Ex-Wallflowers) sowie alter Bekannter wie den früheren Band-Mitgliedern DJ Cut Chemist und Rapper Chalie 2NA, die heute in der HipHop-Formation Jurassic 5 aktiv sind, spielte die Gruppe ihr bisher bestes Album ein. „Man hört den 13 Songs an, dass der Kern der Band nun schon seit neun Jahren zusammen spielt“, so Ulises Bella. „Bei uns steht auch heute noch die Musik im Vordergrund und nicht die Aussicht auf einen möglichst gut dotierten Vertrag.“ Auf die Zusammenarbeit mit Eddie Palmieri ist Bella besonders stolz. „Seit die Band existiert, wollten wir mit ihm zusammenkommen.“ Es habe nur nie geklappt, bis sie im letzten Jahr ein gemeinsames Konzert spielten. Außerdem steht Palmieri in den USA auch beim Label Concord unter Vertrag, was die Sache sehr erleichtert habe. Für „Street Signs“ hat die Band für Europa einen Vertrag mit Real World abgeschlossen. „Für uns ist wichtig, dass man unsere Alben in den Läden kaufen kann. Das ist die Aufgabe des Labels. Um den Rest kümmern wir uns selbst.“