Dutzende Digitalplayer versuchen seit Jahren vergeblich, die Marktdominanz von Apples iPod zu brechen. Nun tritt die kleine New Yorker Firma MusicGremlin mit einem völlig neuen Ansatz gegen die weiße Übermacht an. Mit dem MG-1000 will MusicGremlin jene Kunden ködern, die ihre Musikdownloads gerne mobil einkaufen möchten, dabei jedoch die hohen Preise der Mobilfunkanbieter und deren Dateiformate umgehen wollen. Das Gerät verfügt neben einer 8-GB-Festplatte und einem UKW-Empfänger über eine WLAN-Komponente, die es Nutzern in den USA ermöglicht, eine drahtlose Internetverbindung herzustellen.
Ein Computer ist damit zum Kauf von Downloads nicht mehr nötig, wenngleich sich der MG-1000 per USB-Verbindung auch vom PC befüttern lässt. Selbst wenn sich die Geräte außerhalb der Funkreichweite eines WLAN-Hotspots befinden, können Kunden im mehr als zwei Mio. Titel umfassenden Katalog stöbern und sich Lieder zum Kauf vormerken. Sobald der Player wieder eine Onlineverbindung hat, werden die Downloads aktiviert. Die Inhalte für den Service kommen vom Zulieferer MusicNet in Form von WMA-Dateien aus dem Katalog aller vier Majors und von 25.000 Indies. Zudem benötigen Kunden einen Microsoft Internet Explorer und mindestens Windows Media 10.
MusicGremlin bietet seine Ware als Individualdownloads für je 99 Cents oder im Musikabonnement für monatlich 14,99 Dollar an. Abonnenten mit MusicGremlin-Playern können untereinander zudem ihre Songfiles direkt von einem Gerät auf das andere übertragen und somit legales, mobiles Filesharing betreiben. Zu kaufen gibt es den MG-1000 vorerst nur in den USA, wo Amazon als Vertriebspartner rund 300 Dollar verlangt.
Walt Mossberg, kritischer Kolumnist beim „Wall Street Journal“ und wohl der einflussreichste Technologiejournalist Amerikas, hat beim MusicGremlin-Konzept zwar einige Kinderkrankheiten ausgemacht, hat dem Service aber wegen einer vernünftigen Umsetzung seinen Segen erteilt.



