“In der Ära nach dem Geschäftsführer Franz Wallner führte die Musica ein Dornröschendasein“, resümiert Herbert R. Kollisch, der seit Anfang Januar 2001 als handelsrechtlicher Geschäftsführer die Geschicke in der Webgasse leitet. Schon seit drei Jahren ist Kollisch als Rechtsberater für die Firmeninhaber, das Ehepaar Dimenstein, tätig und hat 1999 die Bestellung von Jörg Eiben zum Geschäftsführer unterstützt. „Allerdings haben sich in den knapp zwei Jahren unter Jörg Eiben die Ergebnisse nicht wie geplant entwickelt und er hat letztendlich gekündigt“, so Kollisch.
Für ihn Grund genug, „die Ärmel hochzukrempeln und selbst anzupacken“, wenngleich er auch nur zeitlich reduziert Dienstags bis Donnerstags in der Webgasse anzutreffen ist. Ihm zur Seite steht Fritz Hiersche als gewerberechtlicher Geschäftsführer. Mit einem Umbau der Büroräume geht auch eine personelle Umstrukturierung einher. „In der Endphase der Ära Eiben wurde aus Kostengründen Personal abgebaut, jetzt stocken wir wieder auf.“
Insgesamt zehn Mitarbeiter sind bei Musica tätig: Der Bereich Product Management und Telesales wurde verstärkt, die Promotion hingegen gänzlich ausgelagert. War von März bis August noch Walter Gröbchens „monkeymusic“ für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig, ist jetzt die Agentur „Release“ von Josef Schartner mit diesen Agenden betraut. Auch der Musica-Neuzugang SPV lässt in Österreich über Release promoten. Ebenfalls über Musica vertreibt seit dem 1. September auch PIAS Austria. Willi Türk, General Manager PIAS, zieht mit Assistentin Iris Maier in das Musica-Büro.
Neben diesen vielversprechenden Neuzugängen freut sich Herbert R. Kollisch besonders über eine Umsatzsteigerung von 27 Prozent in diesem Jahr, die er unter anderem auf die guten Verkaufszahlen von Künstlern wie Slipknot (7000 Einheiten), Henry Rollins Band (3000 Einheiten), Biohazard (3000 Einheiten) und den guten Vorverkauf des neuen Garbage-Albums (8000 Einheiten)zurückführt. „Außerdem ist SPV ein prosperierendes Unternehmen. Der Deal hat sich nicht nur hinsichtlich des traditionellen SPV-Repertoires, sondern auch im Bereich des Hit-trächtigen Materials ausgezahlt“, freut sich Kollisch und verweist dabei auf Künstler wie Xavier Naidoo.
Parallel dazu soll das Engagement für nationales Repertoire nicht zu kurz kommen. Derzeit baut die Firma mit Martin einen jungen heimischen Künstler des MOR-Pop-Segments auf. Das Jazz- und Klassiksegment wird Musica auch weiterhin vertreten. Kollisch blickt zuversichtlich in die Zukunft: „In den vergangenen Jahren ist der Karren Musica ein wenig stillgestanden, jetzt bekommt er wieder volle Fahrt.“



