Musik

Muse: Pralle Wundertüte voller Emotionen

Freiheit durch Vielfalt lautet das Motto des Trios Muse für sein drittes Album, „Absolution“, mit dem sich die Band in der Spitzengruppe der englischen Rockszene etablieren will.

Um neue kreative Energie freizusetzen, erinnerte sich die Band an den Anfang ihrer Karriere, als die damals 16-jährigen Musiker völlig ungezwungen aufspielten. „Wie in der Zeit vor unserem Plattenvertrag wollten wir ohne jeden Druck Musik machen“, erklärt Sänger, Gitarrist und Keyboarder Matt Bellamy, der sich zusammen mit Schlagzeuger Dominic Howard und Bassist Chris Wolstenholme während der Aufnahmen nach und nach die alte kreative Freiheit zurückeroberte.

Mit „Absolution“ präsentiert das Trio eine wahre Wundertüte an Emotionen. Mal klingt die Band orchestral dramatisch, dann elektronisch trocken, mal ist sie voller Wut, um als nächstes melancholisch sanft zu tönen. „Als Musiker versuchst du, deine musikalischen Einflüsse und Lebenserfahrungen in einen Song zu verweben. Das ist schwierig, aber aus dieser Kombination entsteht ein neuer Stil“, fasst Matt Bellamy die Ambitionen des Trios zusammen.

Als typisch europäische Gruppe suchen Muse eine Synthese von alter und neuer Musik. „In mir gibt es diesen Konflikt zwischen der animalischen, aggressiven Energie des Rock und der tiefen, spirituellen Kraft der Klassik“, sagt Bellamy. An den progressiven Rock der Siebziger knüpft die Band allerdings nur in wenigen Momenten an. „Unser Trommler Dom hört Platten aus dieser Zeit“, so Bellamy.

„Mir war progressiver Rock immer zu technisch. Entfernt man sich zu weit von der Songstruktur, verliert man den emotionalen Sinn. Man kann auch lange Arrangements schreiben und dabei die Emotionalität behalten, die Flaming Lips etwa können das hervorragend“, setzt er lobend hinzu.

Ein entscheidendes Merkmal der Songs von Muse ist denn auch der flehend traurige Gesangsstil von Matt Bellamy. „Als ich anfing zu singen, fanden viele Leute meine Stimme schwierig“, gibt Matt zu. „Eine hohe Stimme wie meine ist in der Rockmusik eher ungewöhnlich. Zum Glück haben Leute wie Jeff Buckley und Thom Yorke von Radiohead das inzwischen populär gemacht.“