Motorola hat in Sachen PR für das erwartete iTunes-Handy wnig Glück: Zuerst hielten alle Medienvertreter das bei der 3GSM in Cannes präsentierte E1060 wegen irreführender Aussagen der Firma fälschlicherweise für das iTunes-Gerät. Nun musste Motorola die Fachbesucher auf der CeBIT ein weiteres Mal enttäuschen.
Der Ausstellungsstand in Hannover präsentierte sich zwar mit Apple-Computern auf denen iTunes-Software lief, doch das iTunes-Handy war nirgends zu sehen. Motorola sagte die eigentlich für den 10. März geplante Produktpräsentation in letzter Minute ab. Offenbar hat man sich noch nicht mit allen Providern, die das Gerät anbieten wollen, auf eine gemeinsame Marschrichtung geeinigt.
Ausgewählte Fachjournalisten durften das iTunes-Handy aber bereits heimlich in Augenschein nehmen. Aller Voraussicht nach wird es sich dabei um das Modell E399 handeln, das ab dem zweiten Quartal neben der iTunes-Software mit auswechselbaren Flashspeichern aufwarten wird. Der größte Speicher wird dabei bis zu 100 Songs oder bis zu acht Stunden Musik aufnehmen können. Das Modell ROKR, für das Motorola seit Wochen die Werbetrommel rührt, soll nach Aussage von Ron Garriques, dem President der Abteilung Mobile Devices, erst zum Weihnachtsgeschäft in den Handel kommen. Motorola will jedoch bis dahin mehrere iTunes-fähige Handys auf den Markt bringen; auch ein Modell mit Festplatte sei in Planung. Gemeinsam soll den Musiktelefonen sein, dass man mit ihnen mobil im iTunes Music Store einkaufen und die Songs im Anschluss auf den Computer sowie den iPod übertragen kann.
Unklar ist bislang, ob die Verzögerung mit Streitigkeiten um das Geschäftsmodell zu tun hat. Bereits vor wenigen Wochen äußerte Greg Estell, Motorolas Europachef für die Handysparte, vorsichtige Bedenken: Die Netzbetreiber seien wenig erfreut über die Kooperation von Apple und Motorola. Die Provider „fragen sich nämlich, wie sie Teil des Geschäfts werden können“. Er gab zu, dass die Netzbetreiber „nichts davon hätten, wenn ihre Kunden Musik nur per Kabel oder Bluetooth-Kurzstrecken-Datenfunk“ auf ihre Handys laden.


