Musik

Moses Pelham – Persönlicher Logbucheintrag, Teil 2

Zum ersten Mal seit sechs Jahren tritt Moses Pelham mit seinem neuen Album „Geteiltes Leid 2“ (3p/Intergroove) wieder als Solokünstler in Erscheinung. Untätig war er in der Zwischenzeit allerdings nicht. Das belegen nicht nur die Produktionen von Glashaus, die er mit Cassandra Steen und Martin Haas verwirklichte.

Und trotzdem ist es etwas ganz Besonderes, wenn der 33-jährige Labelchef von 3p wieder unter seinem eigenen Namen Songs veröffentlicht. 1998 brachte Moses Pelham den ersten Teil seiner Soloalbum-„Autobiografie“ heraus. Sechs Jahre später präsentiert er sich hörbar gereift, musikalisch wie persönlich. Ein entspannter Song wie „Ein schöner Tag“, die erste Single, wäre ihm damals wohl noch um einiges schwerer gefallen. Doch 2004 hat sich vieles verändert und Moses glänzt auf seine eigene Weise sogar als Sänger. An „Geteiltes Leid 2“ bastelte er bereits seit längerer Zeit herum. „Ich habe immer mal wieder einen Beat für mich zurückbehalten, den ich besonders gelungen fand. So gesehen arbeite ich bereits seit fünf Jahren an dem Album.“ Vor zwei Jahren sind dann die ersten Stücke entstanden – „Gott liebt mich“ und „Letzte Worte“. „Die heiße Phase, wie ich sie nenne, begann 2003.“ Die 19 Songs, darunter der All-Star-Track „Non Stop“, bei dem Illmat!c, Olli Banjo, Die Firma, Torch, Toni L, Cora E. und Franky Kubrik mitwirken, entstanden wie gewohnt im Verbund mit Martin Haas.

Ein anderer Produzent, mit dem er seine Ideen entwickeln könnte, steht für Moses Pelham nicht zur Diskussion. „Ich habe absolut nichts dagegen, über die Beats von anderen Leuten zu rappen, doch ‚Geteiltes Leid 2‘ ist eine so intime Platte, dass es für mich überhaupt nicht in Frage kam, in ein anderes Studio zu gehen.“ Martin Haas und Moses Pelham sind seit Jahren ein eingespieltes Team, das bereits viele Produktionen zusammen bestritten hat. Entsprechend gut arbeiteten sie auch auf dem neuen Album zusammen. Die unerwartete Gesangseinlage auf „Ein schöner Tag“ will Pelham nicht überbewerten: „Das ist für mich eine Möglichkeit, meine Persönlichkeit zu zeigen. Wenn ich singe, dann ist das der Versuch einer persönlichen Äußerung – und nicht, sich mit richtigen Sängern zu messen.“ Pelham ist als Mensch gereift und stellt heute andere Dinge in den Vordergrund als früher: „Ich bemühe mich grundsätzlich, statt der Unterschiede die Gemeinsamkeiten zu suchen.“ Ein Titel wie „Geteiltes Leid“ macht da umso mehr Sinn.