Musik

Mobilmachung des guten Geschmacks

Mit ihrer zweiten CD „Minx“ präsentieren Marsmobil ein vielschichtiges und introvertiertes Pop-Album.

Das zweite Album von Marsmobil sprengt in vielerlei Hinsicht bestehende Grenzen. Für „Minx“ taten sich zwei Labels zusammen: Compost Records aus München und G-Stone aus Österreich. Und als Mitstreiter konnte der 1965 in Mailand geborene Roberto Di Gioia mit Peter Kruder (Peace Orchestra, Voom Voom) und Christian Prommer (Fauna Flash, Trüby Trio, Voom Voom) zwei renommierte Produzenten gewinnen.

„Ich spielte bereits bei den Aufnahmen zum ersten Album des Projekts Voom Voom mit“, sagt Roberto Di Gioia. „Und daraus hat sich dann eine Freundschaft zu Peter Kruder entwickelt.“ Christian Prommer kannte er schon ein wenig länger: „Er war der erste, dem ich die neuen Songs für die zweite Platte von Marsmobil vorgespielt habe.“

Keine Kompromisse

Die beiden Produzenten Kruder und Prommer sorgten dafür, dass Marsmobil den entscheidenden Schritt nach vorn machte. Bereits das 2003 veröffentlichte Debütalbum, „Strange World“ (Act/edel Contraire), wurde von der Kritik fast einhellig gefeiert. Auf „Minx“ gelingt der Band jetzt der perfekte Brückenschlag zwischen analoger Klangästhetik der 60er- und 70er-Jahre und modernen Elektronik-Sounds. Kein Wunder, dass manche Kritiker Marsmobil bereits mit Bands wie Air oder Talk Talk gleichsetzen.

Einen Großteil der Aufnahmen absolvierte Marsmobil in Wien im Studio von Peter Kruder. Roberto Di Gioia schwärmt noch heute von der konstruktiven Atmosphäre, die bei der Arbeit vorherrschte: „Ich lege sehr großen Wert darauf, genau das zu machen, was ich möchte, und keine Kompromisse mehr einzugehen. Man muss heutzutage seine eigene Suppe kochen. Die Chance, dass dein musikalisches Menü dann auch anderen schmeckt, ist weitaus größer, als wenn man sich nur auf bekannte Zutaten verlässt.“

Mehr Verwantwortung

Roberto Di Gioia geht es mit Marsmobil nicht nur um Musik, sondern um eine schlüssige Gesamtkonzeption, bei der auch das Styling eine wichtige Rolle spielt.

Derzeit hat er selbst noch alle Fäden in der Hand, aber er kann sich durchaus vorstellen, dass die Band, mit der er im Frühjahr 2007 auf Tournee gehen will, mehr Verantwortung übernimmt. Doch eins ist klar: Er wird stetst der musikalische Taktgeber bleiben.