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Mobilfunkfirmen finden Kopierschutzstandard noch immer zu teuer

Die in der GSM Association organisierten Mobilfunkanbieter wollen auch die neuen Konditionen zur Nutzung eines Kopierschutzes für mobile Medieninhalte nicht akzeptieren. Obwohl die Lizenzstelle MPEG LA, die über die Nutzungsrechte des Kopierschutzstandards der Open Mobile Alliance verfügt, ihren Preis um ein Drittel gesenkt hat, schalten die Mobilfunker auf stur.

Die in der GSM Association (GSMA) organisierten Mobilfunkanbieter wollen auch die neuen Konditionen zur Nutzung eines Kopierschutzes für mobile Medieninhalte nicht akzeptieren. Obwohl die Lizenzstelle MPEG LA, die über die Nutzungsrechte des Kopierschutzstandards der Open Mobile Alliance (OMA) verfügt, ihren Preis um ein Drittel gesenkt hat, schalten die Mobilfunker auf stur. „Es ist unstrittig, dass auch der überarbeitete Vorschlag unvernünftig ist. Damit können wir nicht arbeiten“, erklärte Rob Conway, CEO des Interessenverbands der Netzbetreiber.

Die MPEG LA, die sich um die Vermarktung eines Patentrechte-Pools von Firmen wie Sony, ContentGuard, InterTrust, Matsushita und Koninklijke Philips kümmert, versucht in diesem Fall den Mobilfunkfirmen zu diktieren, welche Lizenzgebühren sie für den einheitlichen Kopierschutzstandard der OMA entrichten müssen. Bislang wollte MPEG LA für jedes Handy, das diesen Kopierschutz nutzen soll, einen Dollar pro Gerät verlangen. Zudem sollten die Provider ein Prozent Umsatzprovision abführen: Jeder Verkauf einer Datei, die den OMA-Standard nutzt, hätte den Kopierschutz mitbezahlt.

Nachdem sich GSMA und MPEG LA auf diese Konditionen nicht einigen konnten, wurden die Preise jüngst gesenkt. Statt einem Dollar pro Gerät sollen es nun nur noch 65 Cent sein. Die Ein-Prozent-Klausel entfällt zugunsten eines anderen Modells: Die Provider sollen für jeden ihrer downloadenden Kunden einmalig 25 Cent pro Jahr abführen – unabhängig davon, ob der Kunde in diesem Zeitraum nur eine einzige Datei oder Tausende Songs über sein Handy herunterlädt. Beobachter vermuten hinter der erneuten Ablehnung der GSMA zwar nur Geschacher, doch Kritiker befürchten, dass es nach dem Dualismus zwischen Apple iTunes und Microsoft WMA im stationären Digitalgeschäft auch im Mobile Business zu einer Aufsplittung der Formate und Systeme kommen könnte.

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