Musik

Mobilfunkbranche will Verbraucher schützen

Die deutschen Mobilfunkunternehmen, Serviceprovider und Inhalteanbieter haben einen Verhaltenskodex für Mehrwertdienste unterzeichnet. Ziel ist ein besserer Schutz der Verbraucher.

Um das Vertrauen der Verbraucher in neue Mobile Services zu stärken, hat die deutsche Mobilfunkbranche einen Verhaltenskodex für Mehrwertdienste erarbeitet. Als freiwillige Selbstverpflichtung soll der „Code of Conduct“ branchenweite Richtlinien für das Angebot von Mehrwertdiensten per SMS und MMS sowie für Onlineangebote festlegen. Die neuen Regeln sorgen nach Angaben der Unternehmen für Kostentransparenz, vereinheitlichen die Bestellung und Kündigung von Abonnements und weisen den Kunden darauf hin, wenn die Kosten für ein Abo einen bestimmten Wert überschritten haben.

So soll etwa das“Handshake-Verfahren“ dafür sorgen, dass keine Abos ungewollt abgeschlossen werden können: Nach der Anforderung eines Abonnements wird der Kunde per SMS aufgefordert, den Vertragsabschluss zu bestätigen. Die Kurznachricht enthält Angaben zum Preis und zum Anbieter. Erst mit der Bestätigung kommt ein Vertrag zustande. Zudem sollen einheitliche Schlüsselwörter zur Kündigung eines Abos per SMS eingeführt werden. Beispielsweise startet ein Kunde mit „Start“, „Go“, „Ja“ und „OK“ einen Dienst, mit „Stop“ und dem Namen des Service – etwa „Fußball“ – beendet er ihn wieder. Beim Angebot von Premium-SMS/MMS werde künftig der Preis für die Leistung bis auf zwei Stellen nach dem Komma genau angegeben, teilen die Unterzeichner mit. Die gegebenenfalls anfallenden Transportkosten sollen ebenso unmissverständlich mitgeteilt werden wie der Preis, der dem Kodex zufolge in unmittelbarer Nähe zur Kurzwahlnummer anzugeben ist.

Die teilnehmenden Anbieter werden ihre Kunden in Zukunft auch über eine so genannte Bill-Warning-SMS informieren, sollte innerhalb eines Kalendermonats ein Betrag von über 50 Euro pro Dienst oder pro Inhalteanbieter und Rufnummer des Endkunden erreicht werden. Die viel diskutierte Schuldenfalle Handy soll damit endgültig passé sein.

Als Treuhänder des Verhaltenskodex überwacht Prof. Dr. Jo Groebel die Einhaltung der freiwilligen Selbstverpflichtung. Er überprüft die Angebote der Teilnehmer und streicht Unternehmen, die sich nicht an den Kodex halten, aus der Liste der Parteien.

Zu den Unterzeichnern zählen u.a.: arvato mobile, Bob Mobile Deutschland, conVISUAL AG, debitel, Drillisch AG, dtms AG, E-Plus Mobilfunk, Jamba!, Materna, Midray, MindMatics AG, Minick (Germany) AG, mobilcom AG, Mobile 365, mobileview, net mobile AG, Netsize Deutschland, O2 (Germany), Talkline, T-Mobile International, Vodafone und Wapme Systems AG.