Musik

Mobile Music Forum wirft mobile Fragen auf

Beim Mobile Music Forum (MMF) am 8. und 9. März in London kam es zum Streit zwischen Vertretern von New Media und Urhebern. Andere Experten wiesen zudem auf mögliche Gefahren für die Marktentwicklung hin.

Fragen zu Preismodellen und Lizenzproblemen standen im Zentrum der Diskussionen beim Mobile Music Forum (MMF) am 8. und 9. März in London. Die Experten waren sich über das große Potenzial im mobilen Musikgeschäft einig, allerdings müssten territoriale Grundsatzfragen hintan und der Konsument in den Mittepunkt gestellt werden. Richtig lebendig geriet dagegen die Diskussion zwischen Mobilfunkanbietern und Vertretern der Rechteinhaber. Als deren Repräsentant musste sich Chris Gardner von der britischen Verwertungsgesellschaft MCPS-PRS Vorwürfen von M2Y-Siemens-Manager Leslie Golding und dem New-Media-Chef der Beggars Group, Simon Wheeler, stellen: Golding nannte die Bestrebungen der MCPS-PRS „lächerlich“, für ein Merchandising-Produkt wie einen Klingelton die gleichen Raten zu berechnen wie für die Verbreitung eines Stücks über TV oder Radio. Wheeler wiederum bezeichnete die finanziellen Forderungen mancher Verwertungsgesellschaften als prohibitiv. Als Vertreter der Rechteinhaber wies Gardner die Vorwürfe zurück und drohte, dass man sich notfalls vor Gericht treffen müsse.

Der Shazam-Manager und MMF-Chairman Claus Nehmzov kritisierte zudem, dass manche der neuesten Telefonmodelle ihre Besitzer mit einer Vielzahl an Funktionen beinahe überfordern würden. „Der iPod hat gezeigt, das Musikfans eher spezialisierte und konsumentenorientierte Geräte wünschen.“ Francis Keeling (Universal Mobile) wies zudem auf die Gefahr der spitzen Zielgruppe für Klingeltöne hin. Es könnte gut sein, dass die 16- bis 20-Jährigen Ringtones plötzlich nicht mehr „cool“ fänden. Laut Chris Cass (Buongiorno)und David Simmons (Songseekers) sei dies bei polyphonen Klingeltönen bereits der Fall, die von Realtones ersetzt würden. Realtones wiederum seien für die Player im Klingeltonmarkt wie für die Kunden durch andere Leistungsschutzrechte und die höheren Verbindungskosten ein ungleich teureres Geschäft.