Netzanbieter und Plattenfirmen hoffen auf das mobile Geschäft mit Musik. Dank Kopierschutztechnik versprechen sich die Beteiligten sichere Einkünfte ohne Piraterieprobleme. So sagte BMG-Manager Ulrich Järkel gegenüber der „Frankfurter Rundschau“: „In diesem sicheren Schoß fühlen wir uns wohl.“ Doch auch die mobilen Einkünfte sind nicht ungefährdet. Handys der neuesten Generation werden immer mehr zu Multimedia-Computern, auf denen bald auch Software funktionieren könnte, die bisher nur auf dem heimischen PC läuft. So erlaubt eine Laborentwicklung von Nokia namens Modish bereits den mobilen Austausch von Inhalten nach dem Prinzip der umstrittenen Tauschbörsen im Internet. Außerdem existiert eine kostenlos vertriebene Software, die das Tauschbörsenprogramm E-Mule mit dem Mobiltelefon verbindet.
Siemens-Mitarbeiter Stefan Jenzowsky, zuständig für mobile Innovationen, geht davon aus, dass es bald noch mehr derartige Software-Produkte geben wird. „Beide Netze wachsen zunehmend zusammen.“ Nach seiner Einschätzung können Tauschanwendungen rund ums Handy die gleiche Wirkung haben wie im Internet, dies sei keine Frage der Übertragungstechnologie, sagte Jenzowsky. So könnten die kostenpflichtigen mobilen Angebote schon bald mit illegaler und kostenloser Konkurrenz zu kämpfen haben. Trotz der eingesetzten Kopierschutzsysteme ist laut Jenkowsky der „geschützte Neuanfang“ eine Illusion: „Absolute Sicherheit gibt es nicht.“



