“Entgegen dem Markttrend nehmen die Verkaufszahlen von ‚Orkus‘, aber auch die unserer weiterer Titel ‚Metal Heart‘ und ‚DNAsix‘ kontinuierlich zu. Die in den Mediadaten angegebene Auflage von 54.000 Exemplaren überschreiten wir fast jeden Monat. Ziel ist es stets, eine geringe Remission zu erreichen – die verkaufte Auflage beträgt im Moment 40.000 Exemplare“, fasst Müller den Erfolg in Zahlen. „‚Orkus‘ dürfte damit das meistverkaufende Schwarzweißmagazin in Deutschland sein.“ Doch nicht nur mit diesem auf dem Zeitschriftenmarkt eher ungewöhnlichen graphischen Konzept trägt der Verlag den besonderen Gesetzen der Szene Rechnung. „Der springende Punkt ist: Diese Szene funktioniert anders. Beispielsweise machen wir keine kommerzielle Werbung, da sie bei Fans nicht ankommt.“ Ohnehin ist den Blattmachern der direkte Kontakt zum Leser am wichtigsten. Doch vor allem in der hohen Qualität, die Inhalt von Heft und CD-Beilage ebenso betrifft wie die Aufmachung, sieht der Stuttgarter Verleger das Geheimnis dieses Erfolges. Die Zukunft der Szene sieht Müller, zu dessen Zoomia Mediengruppe neben den Magazinen auch die Labels Zoomica und Zoomshot gehören, positiv: „Der schwarzen Szene an sich geht es gut und wird es wohl auch weiterhin gut gehen. Voraussetzung ist jedoch, dass es auch in Zukunft den traditionellen Handel gibt, wo man CDs kaufen kann. Natürlich kursieren in dieser Szene auch Raubkopien, doch halten sie sich im Rahmen.“ Die aktuelle Situation der Musikbranche betrachtet er dagegen mit Kopfschütteln: „Es gab und gibt so viele Lösungskonzepte für die aktuelle Lage. Und das Interessante ist, dass sich fast alle Independent-Companys einig sind, was zu einer Besserung des Marktes führen würde. Aber diese Firmen werden meist leider nicht ernst genommen.“
Mitten in der Szene
„Orkus“ setzt auf ungewöhnliches Konzept



