Musik

Mitgliederversammlung der GEMA: Mit neuer Technik „unbeirrt auf Kurs‘

Gesteigerte Erträge, Online-Tarife und ein neues EDV-System präsentierte die auf ihrer Jahresversammlung. In seiner Rede betonte Vorstandsvorsitzender , die Gesellschaft verfolge „in aufgewühlter See unbeirrt ihren Kurs“.

Auch im „Sturm des Digitalen“, der das „Meer der Musik und das Musikbusiness aufschäumte“, gehe es der GEMA gut, betonte Kreile und verwies auf die gesteigerten Erträge der Gesellschaft im Geschäftsjahr 2000: Die Gesamterträge waren gegenüber dem Vorjahr um 3,4 Prozent auf 1,567 Milliarden Mark angestiegen. Aufgrund rückläufiger Erträge aus der Tonträgerlizenzierung gingen die Einnahmen im Bereich der Vervielfältigungsrechte allerdings um 2,44 Prozent auf 555 Millionen Mark zurück. Kreile bezeichnete das Tonträgergeschäft in diesem Zusammenhang als „in gewisser Weise notleidenden Markt“, der aber „auch wieder nicht so darniederliegt“, wie das von Industrieseite oft behauptet werde.

In seiner Rede ging Kreile auch auf die sogenannte EU-Copyright-Direktive ein: Man werde „mit ihr leben können“. Unzufrieden zeigte sich Kreile allerdings darüber, dass keine Harmonisierung beim Recht der privaten Vervielfältigung erreicht worden sei. Als „maßgebend“ begrüßte der GEMA-Vorsitzende dagegen das am 19. Juni verkündete Urteil des Landgerichts Stuttgart, das den Computerhersteller Hewlett-Packard verpflichtet, rückwirkend für alle seit dem 1. Februar verkauften CD-Brenner eine Abgabe zu entrichten. Im Vorfeld der Mitgliederversammlung hatte der Aufsichtsrat der GEMA neue Tarife für die Lizenzierung von Online-Musik genehmigt, die bis zum 31.Dezember 2001 befristet sind. Außerdem wurde ein neues internes System zur Dokumentation und Abrechnung (DIDAS) vorgestellt, das im Jahr 2002 in Betrieb genommen werden soll.