Musik

Mit Volldampf aus der Sackgasse

Drei Jahre nach seinem ersten Soloalbum präsentiert Cosmo Klein mit „Human“ nun ein sehr abwechslungsreiches Werk.

Die vergangenen drei Jahre waren für den am 1. November 1978 geborenen Musiker und Songwriter, der unter anderem bereits für Kollegen wie Sasha und Ben komponierte, alles andere als langweilig. Mit dem im Herbst 2003 erschienenen Album „This Is My Time“ und den Singles „All I Ever Need“ und „Baby Don’t Cry“ erkämpfte er sich erste Achtungserfolge – alle drei Veröffentlichungen platzierten sich in den Charts. Danach unterschrieb er einen Vertrag bei 105 Music.

Sofort stürzte er sich wieder in die Arbeit, war mit dem Ergebnis allerdings so unzufrieden, dass er die Platte mit dem geplanten Titel „Mein Film“ erst einmal zurückzog und wieder ganz von vorn begann.

Neuer Versuch

„Ich war mir irgendwann ziemlich sicher, dass ich mich mit meinem Deutsch/Englisch-Konzept verrannt hatte“, erklärt Cosmo Klein. „Als ich damit anfing, dachte ich, ich hätte die Currywurst neu erfunden. Mit einem gewissen Abstand zum kreativen Prozess empfand ich das Konzept dann allerdings eher als inkonsequent und als das genaue Gegenteil eines Geniestreichs.“

Cosmo Klein fiel die Entscheidung nicht einfach, die Produktion zu stoppen. „Ich beriet mich natürlich auch mit meiner Plattenfirma, was zu tun ist. Und die nahm meine Bedenken sehr ernst, was nicht selbstverständlich ist.“ Der Songwriter ließ sich schon deshalb nicht entmutigen. „Gerade in der heutigen Zeit hat man gegenüber der Plattenfirma, seinen Hörern und auch gegenüber sich selbst eine gewisse Verantwortung. Ich bin 105 Music sehr dankbar, dass ich eine zweite Chance bekommen habe.“

Englisch bevorzugt

Und die wusste er mit „Human“ auch zu nutzen, denn das Album klingt nicht nur wie aus einem Guss, es enthält mit Stücken wie der ersten Singleauskopplung „Nothing To Lose„, „Too Young To Die“ oder „Urban“ auch hochkarätiges Songmaterial. In den Texten beschreibt Cosmo Klein die Dinge, die ihm in den vergangenen Jahren zugestoßen sind.

„Ich habe bei ‚Human‘ das ganze Konzept neu überarbeitet“, erzählt er. „Es gibt zwar immer noch viele Rockelemente auf dem neuen Album, aber die Produktion davor war doch sehr viel lauter und unruhiger.“

Sprachlich konzentriert sich Cosmo Klein, der als Jugendlicher drei Jahre in den USA lebte, auf englische Texte: Er fühle sich beim Singen mehr zur englischen Sprache hingezogen, gesteht der Künstler. Dabei hat er das alte Material nicht völlig verworfen; Teile davon finden sich auf „Human“ wieder. „Die stärksten Songs habe ich wiederverwendet, aber zwei Drittel des Albums sind komplett neu.“

Große Ideen im kleinen Studio

Cosmo Klein ist sich durchaus bewusst, das es gerade mit englischsprachiger Popmusik viel schwieriger ist, noch „etwas Originelles zu machen“, wie er sich ausdrückt. „Gerade bei Balladen muss man sehr aufpassen, dass man nicht zum tausendsten Mal irgendwelche bekannten Bilder verwendet.“

Bei der Produktion unterstützte ihn Robin Grubert, in dessen kleinem Studio viele Aufnahmen entstanden. „Die Zusammenarbeit mit ihm war super. Der Vibe zwischen uns war einfach perfekt. Wir sind zwar dann später in ein großes Studio gegangen, um die Songs richtig aufzublasen, aber dank der fortschrittlichen Technik in Robin Gruberts Studio konnten wir viele Gesangsaufnahmen, die eine bestimmte Magie besaßen, von den Demos übernehmen.“