“Glücklicherweise sind wir vom ‚Club-Sterben‘ nicht betroffen, da wir im Bereich Dance/Pop unsere Künstler in den Großraumdiscotheken einsetzen“, gibt Olaf Höppner, Geschäftsführer von World Concerts zu Protokoll. Zwar hat auch er festgestellt, dass die Discos in den vergangenen Jahren verstärkt unter schwächeren Besuchertagen leiden, sieht jedoch hierin die Aufgabe seiner Firma, mit einem Live-Act für steigende Besucherzahlen zu sorgen. So arbeitet World Concerts exklusiv mit Dance-Acts wie unter anderem Groove Coverage, Novaspace, DJ Alex Christensen, ATC, Loona, Sylver und Culture Beat, aber auch Pop/Rock-Künstlern wie Sarah Connor oder Band ohne Namen zusammen. „Wir erfahren von unseren Kunden immer öfter, dass es eine DJ-Übersättigung gibt, während im Live-Segment immer umfangreichere Anfragen stattfinden“, berichtet Höppner.
Der heutige Schwerpunkt der Agentur liegt beim Booking und der Act-Promotion, wobei das Künstler-Booking nicht nur die Vermittlung umfasst, sondern den kompletten Promotion-Weg im Live-Bereich abdeckt. „Wir haben nicht nur den Künstlern und Managements gegenüber Verantwortung übernommen, auch für die Plattenfirma und nicht zuletzt den Kunden vor Ort ist es wichtig, dass der Künstler zur Veranstaltung und dem damit verbundenen Image passt. Nur so kann man langfristig mit allen Beteiligten erfolgreich zusammenarbeiten.“ Hier zieht Höppner ein positives Fazit für seine Firma: „Mit Kompetenz, Planung und optimaler Umsetzung sowie dank der großen Erfolge der von World Concerts vertretenen Künstler avancierte das Unternehmen in den letzten vier Jahren im Bereich Booking Dance/Pop zum Marktführer dieser Branche – und das weltweit.“
Das Problem in der Live-Branche sieht der Agentur-Chef darin, dass es im Dance-Bereich „nur wenige qualitativ hochwertige Acts gibt, die eine gute Performance darbieten und das Publikum überzeugen. Nur selten betreiben Managements und Plattenfirma hier solides Investment.“ Höppner kritisiert zudem, dass die Künstler nicht aufgebaut werden: „Bei Hitsingles ohne Künstler wird schnell eine Choreografie ausgedacht und fertig ist der Live-Künstler. So funktioniert es natürlich nicht auf Dauer. Wenn der Hit aus den Charts verschwunden ist, folgt der Künstler meist gleich hinterher. Nur über Artist Development können wir dem langfristigen Erfolg näher rücken. Dabei könnte man viele Probleme in gemeinsamen Gesprächen mit allen Beteiligten im Vorfeld lösen – und nicht erst, wenn es schon zu spät ist.“ Keine Berührungspunkte hat World Concerts mit den Verbänden der Konzertveranstalterbranche, die laut Höppner „zu schwach in diesem Bereich positioniert“ sind.



