Musik

Mit „Goldfisch“ freigeschwommen

Herbert Grönemeyer hielt sie schon 2004 für eine der großen Hoffnungen des Deutsch-Pops. Dass er damit richtig lag, beweist Kira auf ihrem Album „Goldfisch“.

“Kleinod im Grönland-Katalog“ nannte das Fachmagazin MusikWoche im Oktober 2004 Kiras Debütalbum, „Inauswendig„, und erkannte darin „eine der besten deutschsprachigen Produktionen seit Jahren“. Auch anderweitig erntete die Künstlerin viel Lob. Da verwundert es nicht, dass die Spannung groß ist, wie denn wohl der Nachfolger, „Goldfisch„, abschneidet. Kira gesteht: „Ich bin einfach nur sehr aufgeregt, seltsamerweise aufgeregter als beim ersten Album. Ich bin wahnsinnig gespannt, wie es weitergeht.“

Wirkte das Debüt in seiner Eigenwilligkeit bisweilen recht fragil und introvertiert, so präsentiert sich Kira auf „Goldfisch“ selbstbewusster und resoluter. Wie sieht sie selbst den Unterschied? „Mein erstes Album war im Rückblick mehr ein großes Fragezeichen“, sagt sie. „Wer bin ich musikalisch? Wo will ich hin? Wo ist mein Platz im Leben, was möchte ich überhaupt?“ Es ging ihr darum, „wahrzunehmen, wer man ist und was man möchte – und das hat einige Jahre in Anspruch genommen“.

Einfach mal machen lassen

Sie habe sich mit ihrem Debüt freigeschwommen, sagt sie, „und mit dem zweiten Album fühle ich mich jetzt einfach erwachsener. Es kommt alles mehr auf den Punkt und ist konkreter, und es hat nicht mehr so lange gedauert. Es war eine große Erleichterung für mich, das Ganze zu raffen und zu bündeln. Dieses Album klingt für mich sehr gegenwärtig – es gibt keine Songs darauf, die älter sind als sechs, sieben Monate“.

Grönland habe sie einfach machen lassen, zum Glück, wie sie meint. „Mit dem ersten Album waren sie bei Grönland sehr zufrieden, genau wie ich; das war ein guter Anfang. Aber danach muss man noch ’ne Schippe drauflegen, und ich wollte nicht zweimal dasselbe Album machen.“ Deswegen holte Kira mehrere Produzenten ins Boot und arbeitete mit verschiedenen Musikern.

Jetzt aber raus aus dem Studio

Und während sie alle Songs auf dem ersten Album komplett allein geschrieben hatte, wollte sie das beim zweiten ausdrücklich nicht tun. „Es ist der Versuch, sich in alle Richtungen zu öffnen und drei, vier Schritte weiter zu kommen“, betont sie. Das ist ihr gelungen. Denn Stücke wie „Wenn die Sonne schräg steht“, „So wie jetzt“ oder „Sicher bist du“ zeigen, dass Kira sich mit großen Schritten weiterentwickelt, dabei aber noch lange nicht am Ende der Fahnenstange angekommen ist. Und die erste Single, „Wenn du den Himmel nicht aufmachst„, stößt auch beim Radio auf Gegenliebe.

Doch wie geht es weiter? „Ich möchte viel live spielen“, sagt Kira. Auch das scheint zu klappen: Am 27. August tritt sie in Dresden im Vorprogramm von Xavier Naidoo auf. Sie wolle, sagt sie, „einfach mitnehmen, was so kommt, und ich hoffe, dass viel kommt“. Daran kann kaum ein Zweifel bestehen.