Nokia will schon bald erste Deals mit Mobilfunkprovidern für seine neuen Musikfunktionalitäten vorstellen. Die Zusammenarbeit mit Loudeye ist dabei nur ein erster Schritt. Vor allem wollen sich die finnischen Handyhersteller ganz auf Microsoft, Windows Media und das zugehörige Digital Rights Management (DRM) einlassen. Das wird in der Mobilfunkbranche als programmatische Neuausrichtung von Nokia gewertet, da sich das Unternehmen bislang eher gegen eine Zusammenarbeit mit Microsoft gesträubt und stattdessen auf hauseigene Softwareprodukte oder Lösungen von RealNetworks gesetzt hatte. Die Folge: Wer mit den neuen Mobiltelefonen von Nokia Musik herunterlädt, kann diese dann auch mit dem Windows Media Player auf seinem Computer anhören und gegebenenfalls auch auf andere Digitalplayer übertragen. Voraussetzung wird dabei aber aller Voraussicht nach immer das Betriebssystem XP sowie der Media Player 10 mit dem Janus-DRM sein.
Erste Nokia-Handys mit dem Windows Media Player sollen noch in diesem Jahr auf den Markt kommen. Dann können theoretisch in 30 Ländern mobile Downloadshops eröffnen – in so vielen Märkten ist Loudeye bereits für die Kooperation gerüstet. Die Zusammenarbeit zwischen dem weltgrößten Handyproduzenten und dem Marktführer im Software- und Computergeschäft könnte die Balance im digitalen Musikgeschäft zu Ungunsten von Apple verschieben, orakeln Marktbeobachter. Nokia verkaufte im Jahr 2004 zehn Mio. Mobiltelefone mit Musikplayer, Apple im gleichen Zeitraum etwas mehr als acht Mio. iPods.


