Die beiden Softwarespezialisten Microsoft und RealNetworks haben ihren Kartellstreit begraben und wollen nun im Musik- und Gamesgeschäft als Partner auftreten: RealNetworks zieht dazu seine im Jahr 2003 eingereichte Kartellklage gegen den Softwareriesen zurück.
RealNetworks-Chef Rob Glaser hatte Microsoft-Macher Bill Gates unfaire Geschäftspraktiken vorgeworfen, da die Einbindung des MediaPlayer in das Windows-Betriebssystem andere Produzenten von Software-Playern wie etwa RealNetorks‘ RealPlayer in ihrem Marktzugang behindere. Im Gegenzug will Microsoft künftig den musikalischen Streamingdienst von RealNetworks, Rhapsody, über seine MSN-Plattform bewerben und vermarkten. Außerdem wollen beide Partner miteinander das mobile Abo-Angebot Rhapsody To Go anschieben. Zu guter Letzt will Microsoft seine Plattformen MSN Games und Xbox Live Arcade für Games aus dem Hause RealNetworks öffnen. Beide Seiten beziffern den Wert dieser Gegengeschäfte mit 301 Mio. Dollar, weitere 460 Mio. Dollar überweist Microsoft in bar; RealNetworks hatte zu Beginn des Kartellstreits Schadenersatzsummen von bis zu einer Mrd. Dollar gefordert.
„Mit der Einbindung der einzigartigen Musik- und Gamesangebote von Real in die populäre MSN-Plattform erreichen wir schon heute mehr Kunden und werden unsere Produkte und Dienste morgen entscheidend verbessern können“, meinte Real-Chef Glaser. Und Microsoft-Boss Gates ergänzte: „Das digitale Musikgeschäft gehört zu den am schnellsten wachsenden Bereichen in der Onlineunterhaltung, deshalb bieten wir unseren Kunden durch die Verknüpfung von MSN mit dem Rhapsody-Abo einen hohen Zusatznutzen.“



