Musik

Mia.: Wegweisende Individualität

Ist es inszenierte Provokation oder überzeugter Individualismus? NDW-Renaissance oder musikalische Innovation? An der Berliner Band Mia. und ihrem Debütalbum „Hieb- und stichfest“ (Columbia/SMD/Sony Music) scheiden sich die Geister.

Lustvoll verpasst Mia. der allgemeinen Resignation einen Tritt in den Hintern und hält sich dabei an keinerlei Konventionen. Ein Umstand, der dem Erfolg der Platte nicht abträglich sein dürfte. Alles erinnert ein bisschen an das erste Album der Nina Hagen Band. Die Band, zwei Gitarren, Bass und Schlagzeug, um Sängerin Mieze lässt Parallelen zu Spliff erkennen. Aber was vor 25 Jahren Punkrock hieß, bezeichnet Mia. heute als Elektropunk. „Nur weil man in einer geradlinigen Nummer einen Off-Beat spielt, sind wir noch lange keine Kopie der Nina Hagen Band“, erklärt Schlagzeuger Gunnar. „‚Alles neu“ mag solche Gedanken aufkommen lassen, aber wenn man unser Album komplett hört, wird man erkennen, dass unsere Musik ihren eigenen Charakter hat.“ Die ist laut, schnell, schnörkellos und in jeder Note polarisierend. „Wir wurden immer öfter gefragt, wie wir unsere Musik nennen. Und für Leute, die uns noch nie gehört haben, ist Elektropunk, eine gute Erklärung. Punk und Elektronik schließen gleich eine Kontroverse, eine Gegensätzlichkeit und damit ein Lebensgefühl ein“, erklärt Sängerin Mieze. Dieses Lebensgefühl bedeutet: echt und ehrlich, nicht artig sein. Und Anstiften zum Ausprobieren eines eigenen, authentischen Ausdrucks. Auch wenn er nicht allen und jedem gefällt. Sven Zimmermann, Produktmanager Columbia Domestic, ist vom landesweiten Erfolg überzeugt. „Mia. hat einen eigenen Sound und kopiert keine englischsprachigen Erfolgsformeln. Die Band präsentiert die deutschsprachige Musik endlich wieder mit mehr Selbstbewusstsein. So wie das auch Anfang der 80er-Jahre der Fall war.“

Um den angepeilten Charts-Einstieg in den Top 50 zu erreichen, unterstützt Zimmermann die Veröffentlichung durch eine breitangelegte TV-Kampagne bei MTV, Viva und Viva Plus. Features und Interviews mit der Band werden in den kommenden zwei Monaten in allen relevanten Magazinen und Zeitungen erscheinen. Ferner werden MTV und „Intro“ die kommende Tour der Band präsentieren. Anzeigen runden die Kampagne ab.