Die mexikanische Polizei kann erneut einen Erfolg gegen organisierte CD-Piraten verbuchen. Bei Razzien auf einem Markt in Guadalajara gingen den Ermittlern rund eine Million Raubkopien ins Netz. 25 Personen wurden verhaftet und 24 Verkaufsstände geschlossen. Bei der groß angelegten Aktion auf dem überregional bekannten Markt San Juan de Dios waren am 15. Februar 200 örtliche Polizeibeamte und eine Sondereinheit des Justizministers im Einsatz. Die Razzia war Teil des auf ein Jahr angelegten Projekts Mexiko Plus, das von der IFPI gefördert wird.
Seit August 2004 versuchen die Behörden in Kooperation mit der Musikbranche im Rahmen dieses Programms verschärft gegen Piraten und ihre illegale Ware vorzugehen. Gleichzeitig sollen Händler aufgeklärt und ermutigt werden, nur lizenzierte Produkte anzubieten. Von Seiten der Industrie gibt es daher bereits Vergünstigungen: Zahlreiche Händler werden mit besonders stark rabattierten CDs beliefert, um im Kampf mit den Schwarzhändlern wettbewerbsfähig zu bleiben.
Raul Vazquez, Regionaldirektor der IFPI in Südamerika, erhofft sich von den ersten Erfolgen in Mexiko eine Signalwirkung für andere Märkte in der Region: „Wenn wir mit diesem Ansatz erfolgreich sind, könnte ‚Mexiko Plus‘ zur Blaupause werden.“ Bis vor fünf Jahren war der mexikanische Musikmarkt noch unter den zehn größten der Welt – im Jahr 2000 machte die Branche dort noch einen Umsatz von 665 Mio. Dollar. Innerhalb von drei Jahren sanken die Handelsumsätze um fast 50 Prozent, die Pirateriequote beträgt heute rund 60 Prozent.


