Musik

Metallica entdeckt die neuen Medien

Die vier Jungs von Metallica werden jetzt Viedeospielhelden – aber nur mit ihren Stimmen.

Metallica galt bislang als entschiedener Gegner von Downloading im Internet. Auf dem am 5. Juni erscheinenden Album „St. Anger“ wird ein individueller Zahlencode abgedruckt, der zum Zugang zur Website www.metallicavault.com berechtigt. Dort befinden sich mehr als 70 Stunden Songmaterial zum kostenlosen Download, Brennen auf CD und Überspielen auf mobile Abspielgeräte. Etwas länger dauert es noch, bis das Metallica-Computerspiel auf den Markt kommt: Vivendi Universal kündigte das Kampfspiel für das Frühjahr 2005 an, das Design soll Matrix-Gestalter Jeff Darrow übernehmen. „Dies ist die erste Partnerschaft dieser Art, sie zeigt, wie eine Videospiel-Firma mit Musikern zusammenarbeiten kann“, freut sich Luc Vanhal, President and COO von Vivendi Universal Games. Bandmitglieder sollen in dem Spiel nicht vorkommen, allerdings deren Stimmen.

Metallica will für das Game eine exklusive Single und ein Video aufnehmen. Die Kehrtwende der Band in Sachen Downloading kommt einigermaßen überraschend, da Metallica in der Vergangenheit beispielsweise einer der führenden Kläger gegen die Tauschbörse Napster war. Bislang hatte die Band noch nie Material für das Internet freigegeben. „Bei Napster ging es uns nie ums Geld, es ging immer um die Sicherstellung von Qualität und die künstlerische Kontrolle“, rechtfertigt Bob Pfeifer, Mitarbeiter der von Metallica mit dem Programmieren des Webauftritts beauftragten Firma Segnana, das Vorgehen der Band.