Musik

Metal Blade: Midprice kurbelt die Verkäufe an

Metal Blade Records nutzt die großen Rock- und Metal-Festivals gezielt als Marketing-Plattform und verbucht damit konkrete Umsatzsteigerungen.

“Härtere Musik ist nicht so abhängig von Trends wie andere Genres“, erklärt Matthias Purr. In sechs Jahren bei Metal Blade hat der Label-Manager die Früchte seiner Saat aufgehen sehen: „Viele Bands, die wir damals aufgebaut haben, verkaufen heute deutlich mehr – und die Umsätze sind steigerungsfähig.“ Das Label aus Eislingen setzt seinen Schwerpunkt auf ultraharten Death Metal, „weil der bestens läuft“. Neben ihrem Stammgeschäft weiten die Schwaben ihren Künstlerstamm aus, so nahmen sie kürzlich die saarländischen Comedy-Rocker Red Aim unter Vertrag. „Wir erwarten keine kommerziellen Wunder. Aber es macht keinen Sinn, im Jahr 30 Death-Metal-Acts zu veröffentlichen. Wir haben immer verschiedene Stile auf den Markt gebracht, man denke an King“s X oder die Mittelaltermusiker Falconer. Im Ausland vermarkten wir Historien-Rocker wie In Extremo und Subway To Sally zum Teil sehr erfolgreich.“

Unverzichtbar für Metal-Bands ist Live-Präsenz. „Die Leute finden so leichter den Zugang zur Musik.“ Bestandteil des Heavy-Marketings bilden deshalb große Rockfestivals wie „Wacken Open Air“, „With Full Force“ oder „Bang Your Head“. „Zum einen ist es eine coole Party. Zum anderen haben diese Auftritte für unsere Bands extrem positive Auswirkungen. Nach dem Gig von Amon Amarth auf dem ‚Wacken Open Air“ sind die Verkaufszahlen klar gestiegen. Die Mundpropaganda der Fans und die Medienpräsenz kann man gar nicht hoch genug einschätzen.“ Bereits kurz nach den Festivals werden Gespräche über die Buchungen für das kommende Jahr geführt. Harte Musik ist auch deshalb „trend- und krisenunabhängiger, weil viele Sammler die Originalprodukte haben wollen“, meint Matthias Purr.

Um die Verkäufe anzukurbeln, setzt Metal Blade neue Produkte bereits nach wenigen Monaten auf Midprice. „Damit wird die Platte um 30 Prozent billiger. Gut 60 Prozent unseres Gesamtkatalogs liegen im Midprice.“ Der Katalog des Metal-Indies ist zudem ein „unglaublich wichtiger Bestandteil der Gesamtverkäufe. Allein die ersten drei Alben von Slayer verkaufen jeden Monat unbegreifliche Stückzahlen“.