Musik

Mercury Prize geht an Antony And The Johnsons

Mit Antony And The Johnsons gewann erneut ein vermeintlicher Außenseiter den Mercury Music Prize. Das Projekt des in New York lebenden Antony Hegarty erhielt den Vorzug vor hoch gehandelten Künstlern wie Kaiser Chiefs, KT Tunstall, Maximo Park oder Hard-Fi.

Mit Antony And The Johnsons ging der Mercury Music Prize in diesem Jahr wieder wie so oft an einen der vermeintlichen Außenseiter im Feld der zwölf Nominierten. Das Projekt des in New York lebenden Antony Hegarty erhielt bei den Juroren den Vorzug vor den hoch gehandelten Alben von Künstlern wie Kaiser Chiefs, KT Tunstall, Maximo Park oder Hard-Fi. Für seine Platte „I Am A Bird Now“ erhielt der 34-Jährige nun den mit 20.000 Pfund (29.500 Euro) dotierten renommierten Kritikerpreis für das beste britische oder irische Album des Jahres.

„Ich glaube, die haben einen Fehler gemacht“, sagte Hegarty bei der Preisverleihung am 6. September im Londoner Grosvenor House Hotel. Der Wettbewerb des musikalischen Dutzends sei ein wenig „bekloppt“, befand der Sieger: „Das ist wie ein Vergleich zwischen einer Orange, einem Raumschiff, einer Topfpflanze und einem Löffel“, beschrieb Hegarty die Unvergleichlichkeit der zwölf Anwärter auf den Mercury Prize. Der Musiker, der in Großbritannien seine Kindheit verbrachte, bevor er als Zwölfjähriger mit seinen Eltern nach Kalifornien zog, lieferte mit „I Am A Bird Now“ eine subtile Songkollektion zwischen Kammermusik, Chanson, Pop, Gospel, Jazz und Soul ab.

Die Platte erschien auf dem Indie-Label Secretly Canadian und kam in Deutschland zunächst über Cargo Records Germany in den Handel, inzwischen erschien aber eine Sanctuary-Lizenzausgabe im Vertrieb von rough trade.

Auf dem Album finden sich Lieder über Schmerz, Liebe, Schuld, Verletzlichkeit, Sehnsucht und die Schwierigkeiten, seine sexuelle Identität zu finden. An der Entstehung des Albums wirkten mit Lou Reed, Laurie Anderson, Devendra Banhart und Rufus Wainwright die erste Liga der Kritikerlieblinge mit. Und das Duett „You Are My Sister“ mit Boy George riss die MusikWoche-Neuheitenrezensenten schon Anfang Juli zu Begeisterungsstürmen hin. Nun wird sich zeigen, ob die Anerkennung der Kritik mit dem Mercury Prize auch in gute Verkaufszahlen mündet.

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