Auch hochrangige Vertreter aus der Musikbranche kamen nach München, um Wege in die Zukunft aufzuzeigen. So erklärte Tim Renner, Chairman & CEO Universal Music, zum Thema „Innovation in Medien – Bauch, Kunst oder Wissenschaft“, wie der Konzern Musik- und Lifestyle-Szenen beobachte, um „emotionale Produkte“ zu kreieren. Viele Universal-Mitarbeiter entstammten selbst solchen Szenen. Herkömmliche Marktforschung ist nach Ansicht Renners hingegen oft ein Mittel, fehlenden Mut zu kaschieren. Bei der Diskussion um neue Medienangebote wies BMG-Europe-President Thomas M. Stein darauf hin, dass es neben dem Licht der neuen Medienwelt auch Schatten gibt. So mache Musikfirmen nicht nur die unsichere Rechtslage bei Musikkopien zu schaffen. Auch beim traditionellen Absatzweg über den Handel müssten durch die Diskussion über interaktive Mediennutzung integrative Modelle gefunden werden, so Stein.
Dr. Balthasar Schramm, President von Sony Music, forderte vor einem Nachdenken über mögliches Wachstum die Klärung des seiner Ansicht nach zentralen Problems: „Wir brauchen gesetzliche Regelungen, die uns davor schützen, dass unser Content geklont wird.“ Software zur Umgehung digitaler Schutzsysteme gehöre verboten. Bertelsmann-Vorstandsmitglied Dr. Arnold Bahlmann forderte von der Musikindustrie standardisierte und funktionierende Digital-Rights- und Bezahlsysteme. Eine Zusammenarbeit sei nötig, um die kontinuierliche Zunahme des Musikkonsums auszuschöpfen. Weitere musikspezifische Panelthemen waren die Zukunft des Jugendradios, die für den Programmdirektor von Mega Radio, Peter Amend, in der Multimedialität liegt, sowie des Musikfernsehens. Hier waren sich die Programmdirektoren Elmar Giglinger (MTV), Stefan Kauertz (Viva) und der geschäftsführende Gesellschafter von Goldstar TV, Gottfried Zmeck, einig, dass sich künstlerischer Anspruch nur über Modelle wie Pay-TV finanzieren lasse. Mute-Promoter Klemens Wiese warnte allerdings vor negativen Auswirkungen des Mainstream-Trends im Musik-TV.



