China ist zwar mit Abstand der größte Lieferant gefälschter CDs innerhalb der EU, doch im Reich der Mitte gibt es auch einen legalen Musikmarkt. Dieser profitiert zunehmend von der mobilen Vertriebsplattform und erreichte mit Klingeltonverkäufen im Jahr 2006 bereits 1,5 Mrd. Dollar (1,1 Mrd. Euro) Umsatz.
Diese Zahl ermittelte die Venture-Capital-Firma SoftBank China & India Holdings, die ihre Erkenntnisse beim Fachkongress Music Matters/Asia Pacific Music Forum präsentierte. SoftBank-Manager William Bao Bean rechnete jedoch gleichzeitig vor, dass von diesem Betrag nur 2,5 Prozent – also nur rund 27,9 Mio. Euro – bei den Plattenfirmen und Verlagen ankamen. Eine ähnlich schlechte Quote hatte auch IFPI-Chef John Kennedy beim Kongress in Hongkong beklagt.
Doch Bean machte den Rechteinhabern Hoffnung: Die Klingeltonumsätze würden zwar im laufenden Jahr eher stagnieren, dafür deute sich an, dass Labels und Publisher mit Anteilen von bis zu 4,5 Prozent oder 50,2 Mio. Euro rechnen können. Das mobile Musikgeschäft sei für Rechteinhaber derzeit die einzig relevante Umsatzquelle im chinesischen Markt, erfuhren die Kongressteilnehmer. Nigel Mukherjee von der PriceWaterhouseCoopers-Filiale in Hongkong erklärte, dass 80 Prozent des legalen Musikmarkts in der Volksrepublik über digitale und dabei vor allem mobile Absatzkanäle laufen.


