Musik

Manzinger stellt EMI Recorded Music Austria neu auf

Seit dem 1. August fungiert Albert Manzinger als Geschäftsführer von EMI Recorded Music Austria. Er folgt auf Erich Krapfenbacher, der sich nach mehr als 30 Jahren aus der Branche zurückzieht. Im Gespräch mit musikwoche.de erläutert Manzinger seine Pläne und stellt die neue Struktur von EMI Austria vor.

“Die Voraussetzungen für meine künftige Aufgabe sind in der Tat keine einfachen“, meint Albert Manzinger: „Zum einen folge ich mit Erich Krapfenbacher einem sehr profilierten Record-Man nach, mit dem ich sieben Jahre lang zusammengearbeitet und schöne Erfolge gefeiert habe, zum anderen ist die Marktsituation angespannt.“ Diese Voraussetzungen nimmt der neue Geschäftsführer von EMI Recorded Music als „eine besondere Herausforderung“ an: „Ich werde mit meinem Team alles daran setzen, das stetig steigende Interesse der Konsumenten an Musik, das uns zahlreiche Studien belegen, auch umzusetzen. Dass ich dafür aus dem Stand kein Erfolgsrezept aus dem Ärmel schütteln kann, ist klar. Das kann zur Zeit niemand. Wir werden aber gangbare Konzepte entwickeln, davon bin ich fest überzeugt.“ Unter anderem stellt er dazu Capitol unter die Leitung von Florian Köfler, bislang Head of International Marketing EMI Austria: „Mit Florian Köfler verfügt die Firma über einen profilierten Mann für den Bereich Capitol.“ Außerdem stehen im Zuge des Abschieds von Heidi List als Geschäftsführerin von Virgin Records Austria auch bei Virgin Umstrukturierungen an: „Virgin Records Austria wird zu uns in die Webgasse übersiedeln, da durch die Auflösung des Lagers entsprechend für Platz gesorgt ist. Heidi List wird Ende September Virgin Records Austria verlassen, und es ist geplant, dass ihr Dunja Stachl als Chefin nachfolgt. Trotz der räumlichen Synergien wird Virgin Records Austria weiterhin sehr eigenständig agieren.“ Die Zahl der Mitarbeiter soll künftig bei 35 liegen. Den Bereich Sales beaufsichtigt der langjährige Sales & Marketing Director Manzinger selbst, das Marketing verantwortet zunächst Köfler: „Mittelfristig werden wir diese Position entsprechend besetzen. Der Sales-Bereich ist zur Zeit durch das Libro-Thema sehr angespannt. Hier müssen wir abwarten, wie sich die Vertriebssituation entwickelt. Wichtig ist, dass die Handelslandschaft in Österreich nicht zu sehr ausdünnt, etwa dass unsere Produkte in manchen Regionen nicht mehr zu kaufen sind. Ich bin aber zuversichtlich, dass sich sehr bald eine interessante Lösung ergeben wird.“ Trotz der Probleme im österreichischen Handel setzt Manzinger weiterhin auf das traditionelle Musikgeschäft: „Ich bin überzeugt, dass die physische CD noch etliche Jahre das mit großem Abstand gebräuchlichste Musikformat sein wird.

EMI setzt daher in erster Linie auf seine Retail-Partner und erst in zweiter Linie auf Alternativen.“ Das Engagement von EMI Austria im lokalen A&R-Bereich will Manzinger weiterführen: „A&R erhält bei EMI Austria auch in Zukunfg einen sehr hohen Stellenwert. Wir werden mit bestehenden Acts wie Manuel Ortega oder Whatever, um nur zwei Beispiele zu nennen, weiterhin Erfolge feiern und arbeiten bereits jetzt an konkreten neuen Projekten, von denen bald zu hören sein wird. Natürlich muss die Wirtschaftlichkeit gegeben sein. Aber den Rahmen unserer Möglichkeiten werden wir voll ausschöpfen, denn unser Motto lautet: ‚Voller Einsatz für Österreich!““ Zum nationalen Repertoire des Unternehmens zählt schließlich der Erfolgsgarant DJ Ötzi: „In Österreich wird er sein neues Album voraussichtlich im Oktober bei EMI veröffentlichen.“ Nicht nur vor diesem Hintergrund rechnet Manzinger mit einer positiven Entwicklung bei EMI Austria in diesem Jahr: „Die ersten Monate waren leider nicht besonders erfreulich. Der Juli brachte aber wieder einen Aufschwung, und die Releases für die zweite Jahreshälfte lassen einiges erwarten.“