Die Major-Konzerne Universal Music und EMI sollen derzeit Beschwerdeschriften gegen die Fusion von Sony BMG formulieren. Laut der „Financial Times“ befürchten die beiden Mitbewerber, dass die zusammengeschlossene Sony BMG aus Verbindungen mit den Mutterkonzernen Sony und Bertelsmann Vorzüge ziehen könnte, etwa in Bezug auf Deals mit dem Bertelsmann-Sender RTL oder der Unterhaltungselektroniksparte des japanischen Unterhaltungsriesen. Während Universal angeblich auf die Festlegung entsprechender Verhaltensmaßnahmen drängen soll, bestätigte ein ungenannter EMI-Manager gegenüber der „FT“, dass der Konzern die Fusion genau verfolge und von der EU-Kommission die Untersuchung einzelner Details erwarte. Damit stellen sich die beiden Majors an die Seite des Indie-Verbands Impala: Der europäische Zusammenschluss von mehr als 2000 Indie-Labels sprach bereits am 12. Januar in Brüssel vor und forderte die EU-Kommission auf, die Fusion aufgrund der drohenden Marktkonzentration zu verhindern. Als Leiter des Brüsseler Impala-Büros legte Philippe Kern formell Beschwerde gegen die Fusion ein. Er betonte, die Einschätzung der Kommission aus dem Jahr 2000, die damals das Aus für den Zusammenschluss zwischen Warner und EMI bedeutete, seien immer noch gültig: „Die Marktanteile sind immer noch dieselben, und die Möglichkeiten zur Kontrolle des Markts haben sich nicht verändert“, so Kern. „Wenn überhaupt, dann ist alles durch die zunehmende Konzentration im Musikgeschäft nur noch schlimmer geworden.“
Majors und Impala machen Front gegen Sony BMG
Universal Music und EMI sollen derzeit Beschwerden gegen die Fusion von Sony BMG formulieren. Damit treten die beiden Majors an die Seite des Indie-Verbands Impala, der bereits formell in Brüssel protestierte.


