“Wenn man Bach singt, sollte es von innen kommen. Es darf nicht oberflächlich sein“, sagt die Sängerin. Und dieses Credo lebt sie auf ihrem neuen Album aus, wie die harmonische Atmosphäre von „Lamento“ (Archiv Produktion/Universal Classics & Jazz) belegt. Bachs Musik vertrage diese künstlichen Effekte nicht, die man bei anderen Barockkomponisten einsetzen kann, erklärt Magdalena Kozená. Bei ihm ginge es um die innere Wahrheit. Das bestärkt die äußerst vielseitige Auswahl an Werken, die nicht nur Johann Sebastian Bach, sondern auch seine Familie und den Zeitgenossen Francesco Bartolomeo Conti einschließt. Und trotz des klagenden Titels wirkt die Musik des späten 17. und frühen 18. Jahrhunderts insgesamt eher optimistisch, wie Magdalena Kozená betont. „In den Stücken geht es zwar immer darum, wie schrecklich es auf dieser Erde ist, aber sie preisen auch die Herrlichkeit des Jenseits. Überall ist die Botschaft der Hoffnung präsent.“
Magdalena Kozená: Auf der Suche nach innerer Wahrheit
Ihren ersten großen Plattenerfolg erzielte sie vor acht Jahren mit Bach-Arien. Nun legt die tschechische Mezzosopranistin Magdalena Kozená mit „Lamento“ erneut ein Album vor, das den Schwerpunkt auf die Bach-Familie und Zeitgenossen legt.



