Ist das nun Dummheit oder Kalkül? Bei Madonna kann man davon ausgehen: letzteres. Die unermüdliche Discoqueen hat sich mal wieder in die Schlagzeilen katapultiert. Grund ist eine neue Firma, die sie vor kurzem in London angemeldet hat. „Semtex Girls Ltd“ nennt sich das ominöse Unternehmen, von dem niemand so recht weiß, was sich dahinter verbirgt.
Die Firmengründerin selbst hält sich zu dem Projekt bedeckt, strengste Geheimhaltung wahren auch ihre Untergebenen. Nicht so die tschechische Firma Explosia, die die internationalen Rechte für den Markennamen „Semtex“ seit Jahrzehnten hält. „Sie hat uns nicht um Erlaubnis gefragt“, wetterte am Dienstag Geschäftsführer Ladislav Lehky. Madonna plane wohl „irgendeinen Publicity-Gag“, mutmaßte der Sprengstoffexperte. Aufgrund der Rechtslage werde man über juristische Schritte nachdenken, die Anwälte des tschechischen Unternehmens sind bereits informiert.
Hochexplosiver Stoff
Der Handelswert der Marke wird auf 4,6 Millionen Euro geschätzt – insofern könnte eine erfolgreiche Klage Madonna ziemlich teuer zu stehen kommen. Auf der anderen Seite, so Lehky einlenkend, habe man sich in ähnlichen Fällen schon oft außergerichtlich einigen können.
Der Name „Semtex“ ging in den 80er-Jahren weltweit durch die Medien, weil der schwer aufzuspürende Plastiksprengstoff häufig von Terroristen eingesetzt wurde.


