Musik

m4music zog 7000 Besucher an: Exportbüro in der Planung

Das fünfte m4music-Festival fand vom 11. bis zum 13. April in Zürich statt. Während die Konzerte im Rahmen der Veranstaltung großen Zulauf hatten, kreisten die Diskussionen vor allem um die Export-Chancen nationaler Produktionen.

“Schweizer Acts haben dieselbe Chance wie Bands aus anderen Ländern“, meinte Disctrade-Chef Alec von Tavel bei der Podiumsdiskussion zum Thema Swiss Music Export. Gerade der Sprung auf den deutschen Markt sollte deshalb auch für eidgenössische Bands zu schaffen sein. Allerdings stelle die Schweizer Medienlandschaft ein Hindernis dar. „Wir haben nicht die eine Schweizer Musik, das kann beim Export ein Problem sein“, mahnte Roy Oppenheim, Kommunikationschef der Suisa. Außerdem sitze die Musik in der Schweiz zwischen den Stühlen: Während einerseits die Wirtschaftsförderung den kommerziellen Aspekt der Popmusik unterschätze, fehle andererseits die Förderung durch eine Kulturbehörde. Oppenheim folgerte: „Wir haben ein Marketingproblem.“ Ein Exportbüro könne eine Brücke zwischen den beiden Positionen schlagen. Bemühungen dazu sollen noch in diesem Jahr unter der Leitung von Marc Ridet von der FCMA (Fondation Romande pour la Chanson et les Musiques Actuelles), der ebenfalls an der Diskussion teilnahm, umgesetzt werden.

Bereits seit 1999 arbeiten die vier Organisationen Suisa-Stiftung, ProHelvetia, Migros Kulturprozent und FCMA informell zusammen, um Schweizer Bands zum Beispiel Auftritte im Rahmen von Messen zu ermöglichen. „Ich habe im Laufe meiner A&R-Karriere ganze vier Demos von Schweizer Bands erhalten“, klagte Reto Bühler am zweiten Tag von m4music. Bühler, der heute Consultant mit dem Unternehmen Apollo 8 im Bereich Produktion und Publishing tätig, war unter anderem für Mute, Intercord und Universal international aktiv. Nationalen Nachwuchskünstlern riet er: „Geht ins Ausland. Wenn ihr in der Schweiz bei einem Major seid, könnt ihr das vergessen.“ Außerdem kritisierte er die Plattenfirmen, die mit einer zu kleinen Zahl von Mitarbeitern eine zu große Zahl an Projekten bearbeiten würden. Dem hielt Ivo M. Sacchi, General Manager Universal Music Switzerland, entgegen: „Wir signen tendenziell lieber weniger Schweizer Acts, um dann für diese genügend Zeit und Geld zu haben.“