Weit genug von Havanna entfernt, um ihre ureigene Form des Son ohne äußere Einflüsse zu kultivieren, präsentiert sich die Formation auf „Los Fakires“ (DG/ Universal Classics & Jazz/ Universal, Bestellnummer: 469 799-2) nun erstmals international. Eigentlich ist es kaum zu glauben, dass die internationalen Produzenten zu Zeiten des Son-Booms ausgerechnet das Städtchen Santa Clara ausgespart haben. Denn dort gedeiht seit Anfang der 60er-Jahre mit den Los Fakires eine Spielart des Son, die wegen ihrer ebenso unkonventionellen wie wohlklingenden Instrumentierung besticht. „Wir waren lange unentdeckt, weil die Talentsucher der großen Plattenfirmen meistens in Havanna blieben. Dort findet man die größten musikalischen Aktivitäten der Insel. Nach Santa Clara verirrte sich dagegen niemand“, erzählt der 73-jährige Bandleader José Bringues, der den Son der Fakires um die ungewöhnliche Klangfarbe des Saxofons bereichert hat.
„Die meisten Leute denken, dass man den [IMG#120269_2.jpg#Sorgen im September und Oktober für Kuba-Sound auf deutschen Bühnen: Los Fakires#LEFT]Son ohne die gewohnten Instrumente Trompete, Tres und Congas gar nicht spielen kann. Wir spielen ihn in der puristischsten, ursprünglichsten Weise mit Saxofon, Gitarre und Bongos. Ohne natürlich den charakteristischen Ausdruck unseres Sängers Martin Chavez zu vergessen.“ Legendenbildung oder nicht – für ihren Namen gibt es einen realen Hintergrund. „Abgesehen davon, dass wir nie auf Nägeln schliefen, haben wir wie Fakire gelebt. Vor der Revolution auf Kuba konnte man von der Musik nicht leben. Und es kam vor, dass man für Auftritte nicht bezahlt wurde und somit nichts zu essen hatte: Wir fasteten wie Fakire“, erinnert sich Bringues. Die Zeiten dürften nun endgültig vorbei sein. Im Herbst wird die Truppe im Rahmen der „Festival de Son Cubano“-Tour in 13 deutschen Städten auftreten. Darüber hinaus begleitet Maren Bitting, PM Universal Classics, die Veröffentlichung mit Tourpostern, Flyern und einer Anzeige im „Jazzthing“. Features und Reviews wird es in „Jazzecho“, „Klassikakzente“, „Jazzthing“, „Blue Rhythm“ und „FHM“ geben.



