Der Induce Act, die geplante umstrittene Verschärfung des US-Urheberrechts, hat es schwer, die parlamentarischen Hürden zu nehmen. Am 7. Oktober bliesen die Verfechter des neuen Gesetzes zum wiederholten Mal eine Abstimmung im Justizausschuss ab. Die Lobby-Gruppen werden sich einfach nicht einig. Während die Tonträgerindustrie am liebsten alle P2P-Netze und Tauschbörsen per Rundumschlag verbieten möchte, widersetzen sich Verbraucherschützer und Technologiefirmen weiterhin vehement dieser Pauschallösung.
Eigentlich hätte am heutigen 8. Oktober über den Induce Act abgestimmt werden sollen, aber nach Ansicht der Kritiker versucht die RIAA mit ihren aktuellen Änderungen am Gesetzestext, nicht nur die P2P-Piraten in die Knie zu zwingen, sondern auch den technologischen Fortschritt zu verhindern. Die Interessengruppen verhandelten an mehreren Tagen in der vergangenen Woche bis spät in die Nacht hinein – ohne greifbares Ergebnis. Stattdessen wachsen die Bedenken der Opposition eher, als dass sie sinken. Orrin Hatch, Hauptinitiator des Entwurfs und Vorsitzender des Justizausschusses, setzt jedoch alles daran, seine RIAA-freundlichen Pläne noch vor den Präsidentschaftswahlen durch das Parlament zu bringen. Beobachtern zufolge ist die entscheidende Frage, wie exakt im Induce Act der Begriff P2P und die Anstiftung („inducement“) zur Urheberrechtsverletzung definiert wird.



