Musik

Live und steil

Was kommt 2008? Beziehungsweise: WER kommt 2008? Und zwar auf die nationalen Bühnen. Ein erster Überblick.

Schon mal nicht von schlechten Eltern dürfte die Kunde sein, dass Radiohead in Berlin vorbeikucken. Am 08. Juli wird die Band, die 2007 mit dem ersten großen download-only Album die Musikwelt revolutionierte, in der Wuhlheide auftreten. Im Gepäck: ihr homogenstes Werk seit langem, das eben erwähnte „In Rainbows“.

Ebenfalls in die Kategorie „Must see 2008“ dürften die Auftritte von Rage Against The Machine fallen. 2007 waren sie für ein paar wenige Auftritte in Urbesetzung mit Sänger Zac de la Rocha unterwegs – wenn auch nur in ihrer amerikanischen Heimat. 2008 folgt der Sprung über den großen Teich. Hierzulande werden sie das Zwillingsfestival Rock im Park und Rock am Ring headlinen. Intimität kann man da zwar lange suchen, aber das geraume Zeit für nicht mehr möglich gehaltene Live-Erlebnis nimmt einem dann doch keiner.

Rest of the best: Babyshambles (Januar/Februar), Jane Birkin (Januar/Februar), Jimmy Eat World (Januar/Februar), Underworld (Januar/Februar), Eels (Februar/März), Hot Chip (März).

Die massenbewegenden Stadionfüller

Auch immer wieder gern gesehen und noch dazu aus dem Radioprogramm bestens bekannt sind die folgenden Herr- und Damenschaften. Schmusebarde James Blunt etwa wird im März seinen vertonten Seelenbalsam quer durch die Republik verteilen. Im gleichen Monat, allerdings lediglich für zwei Auftritte in Frankfurt und Hamburg, wird Alicia Keys sich auf wundersame Weise mit ihrem Piano vereinen. Große Emotionen darf man sich auch von Katie Melua erwarten. Das georgische Fräuleinwunder wird seine Samtstimme im April erheben.

Wer es in Sachen Konsensmusik etwas deftiger mag, der muss sich bis zum Sommer gedulden. Jeweils für den Juni haben sich die altbekannten Herren von Bon Jovi und – 2007 lässt grüßen – The Police angekündigt. Tickets dürften schnell Mangelware werden, denn die Truppe aus New Jersey beschränkt sich auf ein einziges Konzert in Frankfurt, Meister Sting und seine Mannen haben drei Gigs auf dem Spielplan.

Ebenfalls unterwegs: Linkin Park (Januar), HIM (Februar), The Smashing Pumpkins (Februar), The Cure (Februar/ März), Megadeath (Februar/März), die Backstreet Boys (April/Mai), Zucchero (April/Mai), Robert Plant & Alison Krauss (Mai).

Nationales Kulturgut

Wie bei jeder guten Buttercremetorte kommen die von glücklichen Kühen produzierten Sahnetupfen zuletzt. Über wessen Tournee man sich mehr freuen darf, ist dabei jedem selbst überlassen. Fakt aber ist, dass sich sowohl Wir sind Helden als auch Die Ärzte auf große Heimatreise begeben. In Sachen Terminplanung scheinen sich die musizierenden Nationalhelden ganz gut abgesprochen zu haben, kommt doch Frau Holofernes von März bis April auf touren, während Herr Urlaub die Stimmbänder seiner Anhänger lieber von Mai bis Juli auf ihre Belastbarkeit testet.

Nicht unerwähnt bleiben darf an dieser Stelle der einzig wahre Gentleman. Zwar wird der international gefeierte Reggae-Schlurfi seine heimische Fangemeinschaft nur für einen Nachholtermin in Berlin beglücken (12.04.), aber dass er danach auf ausgedehnte Welttournee geht, erfüllt dann doch mit einem gewissen Stolz.

Weitere deutsche Botschafter: Slut (Januar), Ich + Ich (Januar/Februar), Pohlmann (Januar/Februar), The Boss Hoss (Januar bis März), Phillip Boa (Februar), Dynamite Deluxe (Februar/März), Einstürzende Neubauten (Mai). Außerdem: Achim Petry, der Sohn vom Wolle (Januar) und Hansi Hinterseer (Februar bis April).