Musik

Live-Markt erreicht globalen Rekordwert

Nach Schätzungen des Fachmagazins „Music & Copyright“ haben die Ticketverkäufe für Live-Musikveranstaltungen 2004 erstmals die Grenze von zehn Milliarden US-Dollar überschritten.

Nach Schätzungen des Fachmagazins „Music & Copyright“ haben die Ticketverkäufe für Live-Musikveranstaltungen 2004 weltweit erstmals die Grenze von zehn Milliarden US-Dollar überschritten. Als Gründe für den anhaltenden Boom von Live-Musik führt das Magazin in einer Studie höhere Ticketpreise, ein wachsendes Interesse für Musikfestivals und vermehrte Einnahmen durch Sponsoring an.

Weltweiter Marktführer unter den Veranstaltern ist Clear Channel Entertainment. Der Konzern erreichte 2005 mit 1,36 Milliarden US-Dollar Umsatz für die Tourneen, die er allein oder mit Partnern veranstaltete, einen Marktanteil von 50,4 Prozent unter den 25 Topfirmen im Live-Musik-Geschäft. Es folgen AEG Live, die Veranstalterdivision des Spielstättenbetreibers Anschutz Entertainment Group, mit 454 Mio. US-Dollar Jahresumsatz (16,8 Prozent Marktanteil) und House of Blues mit 250,4 Mio. Dollar Umsatz (9,3 Prozent Marktanteil).

Mit 2,8 Milliarden Dollar erwirtschaftete der Live-Markt in den USA, Kanada und Mexiko allein mehr als ein Viertel des weltweiten Umsatzes. Der Zuwachs von zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahr sei indes stärker auf kleinere Tourneen als auf die Konzertreisen der Superstars zurückzuführen. Hohe Garantiesummen für die Topkünstler und ihre Agenten führten zu einer weiteren Anhebung der Eintrittskartenpreise. Der Durchschnittspreis für ein Ticket der erfolgreichsten 100 Tourneeen in Nordamerika betrug im vergangenen Jahr 52,39 Dollar; 2000 waren es noch 40,74 Dollar. Wie die Studie ausführt, bringen Hochpreistouren mit Topstars den Veranstaltern zwar höhere Marktanteile, aber nicht unbedingt mehr Profit.

In Europa konstatiert die Untersuchung in vielen Ländern ein steigendes Interesse für einheimische Acts. So sei in der Schweiz der Anteil der tourenden Acts aus den USA und Großbritannien von noch 72 Prozent 2003 auf 42 Prozent 2004 gesunken. Für das ertragreichste Live-Musik-Event 2004 in Europa zeichnen die Red Hot Chili Peppers verantwortlich, die bei drei Auftritten in London mehr als 250.000 Zuschauer anzogen und 17 Mio. Dollar Bruttoeinnahme aus den Ticketverkäufen generierten.