Das Nordamerikakonzert des Megaevents Live Earth droht Spielball einer kleinkarierten Politposse in Washington zu werden. Einzelne Kongressmitglieder des US-Parlaments stellen sich gegen den Plan von Organisator Al Gore, die Bühne auf dem Kapitolshügel der amerikanischen Hauptstadt zu errichten.
Es geht um eine Grünfläche namens West Lawn, den der demokratische Mehrheitsführer im Senat, Harry Reid, und seine republikanische Kollegin Olympia Snow als Austragungsort vorgeschlagen hatten. Doch unter den Senatoren regt sich Widerstand. Der republikanische Oppositionsführer Mitch McConnell und sein Parteifreund James Inhofe haben sich vehement gegen die Pläne ausgesprochen.
Vordergründig geht es darum, dass der Senat die Anträge nicht gesehen habe und der Veranstaltung erst zustimmen müsse. Doch aus dem Lager Inhofes waren die eigentlichen Gründe zu hören: Live Earth sei eine hochgradig parteiische und politisch umstrittene Veranstaltung, ließ Inhofes Sprecher verlauten. Der konservative Senator für den Bundesstaat Oklahoma hat sich trotz erdrückender wissenschaftlicher Beweise wiederholt als überzeugter Zweifler der Erderwärmungsproblematik zu erkennen gegeben. Das Gerede von der Klimaerwärmung sei „Unfug“.
Ex-Vizepräsident Al Gore ist vielen konservativen Kräften in den USA auch Jahre nach seinem Ausstieg aus der Politik ein Dorn im Auge, weil er sich zielstrebig für den Klimaschutz einsetzt. Am 7. Juli sollen nach den aktuellen Planungen der Live-Earth-Macher auf allen Kontinenten Konzerte für den Klimaschutz stattfinden, unter anderem in Johannesburg, Shanghai, Sydney und London sowie in Metropolen in Brasilien, Japan und den USA. Als Alternativspielort für das US-Konzert gilt derzeit Philadelphia.


