Im Alter von 78 Jahren ist Link Wray, einer der einflussreichsten Gitarristen, am 18. November verstorben. Er gehörte in den 50er-Jahren zu den Pionieren des verzerrten Gitarrensounds. Weil er die Lautsprecher und seine Verstärker entsprechend bearbeitet hatte, konnte er noch lange vor der Erfindung der Verzerrer-Effektgeräte einen übersteuerten Sound auf seiner Gitarre produzieren.
Auch seine Spieltechnik, mit so genannten Powerchords, die nur aus Grundton und Quinte bestanden, mächtige Riffs zu kreieren, verhalf ihm zu breiter Anerkennung -vor allem unter seinen Kollegen. Pete Townshend etwa erklärte: „Er ist der König. Hätte es nicht Link Wray und seinen Song ‚Rumble‘ gegeben, hätte ich niemals zur Gitarre gegriffen.“ Der 1929 in Dunn, im US-Bundesstaat North Carolina, geborene Wray startete seine Karriere 1955, drei Jahre später erschien auf dem Cadence-Label seine bahnbrechende Single, das raue und ungehobelte Instrumentalstück „Rumble“. Auch wenn er diesen Erfolg nicht wiederholen konnte, veröffentlichte er bis zuletzt regelmäßig neue Platten und ging immer wieder als einer der letzten Überlebenden des frühen Rock ’n‘ Roll auf die Bühne. Bei diesen oft brutal lauten Shows erzählte er etwa, wie er zusammen mit Kollegen wie Johnny Cash 1953 auf der Beerdigung von Hank Williams war.
Er selber verstarb in der dänischen Hauptstadt, wohin er in den 90er-Jahren gezogen war. Damals erlebte er eine späte Ehrung, denn im Zuge der Grunge-Welle erfuhren seine Platten ein Revival.



