Die meisten der in den USA ansässigen P2P-Firmen haben sich inzwischen dem Druck der Entertainmentbranche gebeugt und mit millionenschweren Vergleichen Klagen abgewandt. LimeWire ist eine der wenigen Firmen, die nicht klein beigibt. Auf eine Klage der RIAA reagierte LimeWire nun mit einer Gegenklage. Anfang August hatte der Tonträgerverband gegen die Filesharing-Firma wegen Urheberrechtsverletzung und unlauteren Wettbewerbs geklagt.
Die RIAA-Mitglieder werfen LimeWire vor, seit August 2000 mit ihrer Software den illegalen Tausch von Musik ermöglicht und das Produkt damit beworben zu haben, dass es für illegale Aktivitäten benutzt werden kann. Man habe sich wiederholt um eine Zusammenarbeit mit der Firma bemüht, erklärte die RIAA. Doch die Inhaber hätten nur wenig Interesse an der Entwicklung eines legalen Geschäftsmodells gezeigt. Mit anderen Anbietern habe man ergebnisorientiert verhandeln können, doch LimeWire habe auf Zeit gespielt und derweil die Rechteinhaber weiter über den Tisch gezogen, so die RIAA.
Genau in diesen Punkten versucht LimeWire nun den Spieß umzudrehen. Die RIAA-Firmen hätten nie Bereitschaft gezeigt, ihr Repertoire an LimeWire zu lizenzieren, so der Vorwurf. Vielmehr hätten die Labels sich geschlossen gegen eine Kooperation gewehrt und versucht, den LimeWire-Betreibern ihre Konditionen aufzuzwingen. Als Blaupause habe dabei die Zusammenarbeit mit iMesh und dem Filtersystem von Audible Magic gedient.
Die RIAA habe folglich gegen Wettbewerbsregeln verstoßen und versuche alle Firmen vom Markt zu drängen, die sich nicht den Kontrollansprüchen ihrer Mitglieder unterwerfen wollen.
Die Klage der RIAA könnte im Prozessfall Schadensersatz von bis zu 476 Mio. Dollar für LimeWire bedeuten.


