Musik

Lighthouse Family: Von der Erfolgsformel früherer Tage distanziert

Auch nach vier Jahren Pause hat der Deutsch- und Französischlehrer Paul Tucker seine Fähigkeit, veritable Popsongs zu schreiben, nicht verlernt. Das beweist er zusammen mit seinem Kollegen Tunde Baiyewu auf dem neuen Lighthouse-Family-Album „Whatever Gets You Through The Day“ (Polydor/Universal) in gewohnt bittersüßer Manier.

Normalerweise obliegt es dem Künstler, seine Plattenfirma von den Hitqualitäten seiner neuen Songs zu überzeugen. Im Fall von „Whatever Gets You Through The Day“, dem dritten Album der Lighthouse Family, war keine Überzeugungsarbeit notwendig. Polydor sei sich sicher, dass sich mindestens sechs potenzielle Singles unter den zehn neuen Songs des Albums befinden, erzählt Paul Tucker im Gespräch mit musikwoche.de.

Dafür hat der Multi-Instrumentalist eine einfache Erklärung. „Wir haben uns nach den Megaerfolgen unserer Alben ‚Ocean Drive‘ und ‚Postcard From Heaven‘ die lange Auszeit von vier Jahren gegönnt, um nicht der Versuchung zu erliegen, an der einmal gefundenen Erfolgsformel für immer kleben zu bleiben. Das hätte dazu geführt, dass wir spätestens mit diesem Album nach einer Karikatur unserer selbst geklungen hätten. Die vier Jahre haben im Gegenzug dazu geführt, dass wir nun ein Album voller exzellenter Songs veröffentlichen können, ohne dass sich darunter Füllmaterial befindet.“

Einen weiteren kreativen Schub verpasste dem Duo das neue, eigene Studio, das sich die beiden Musiker von den Experten der Abbey Road einrichten ließen. In der zeitlichen und räumlichen Freiheit der eigenen vier Wände, fanden Tucker und Baiyewu schließlich einen neuen Sound, ohne die gewohnten Ingredienzien über Bord werfen zu müssen. „Die Geigen, die Grooves und die Melancholie in Tundes Stimme sind geblieben.

Aber auf dem neuen Album kommen rauere Gitarrensounds hinzu, die den Songs mehr Tiefe und Härte geben“, so Tucker weiter. In der Tat leben Songs wie „Wish“ und die erste Singleauskopplung „Free“ von spontaneren, weniger polierten Sounds. „Happy“ überrascht mit einem durchweg tanzbaren House-Groove. Und der Opener des Albums, „Run“, wird von einem Bläser-Arrangement getragen, das gleichsam majestätisch und sexy klingt. Polydor unterstützt die Veröffentlichung mit einer breit angelegten Marketingkampagne, die sich vor allem auf TV-Präsenz stützt.

Nach diversen Fernsehshows im November tritt das Duo am 8. Dezember in der Arena in Oberhausen vor dem Boxkampf zwischen Vitali Klitschkow und Ross Purity auf, der von Sat.1 live übertragen wird. Damit verbunden ist eine umfangreiche Kooperation mit Sat.1 und mit ProSieben. Die Single „Free“ wird zur Unterlegung aller Trailer zum Boxkampf einschließlich Insert mit einem Album-Hinweis verwendet.

Ein weiterer Teil der Kooperation ist eine TV-Kampagne bis Anfang Dezember mit mindestens drei Spots pro Tag und Sender in diversen Umfeldern. Marion Sievers, Produktmanagerin bei Polydor, erwartet, dass „Whatever Gets You Trough The Day“ bis zum Jahresende Platinstatus erreichen wird. „Dies ist zwar ein sehr hohes Ziel, aber es ist auch ein wunderbares Album und die Lighthouse Family ist eine außergewöhnliche Band.“