Dass feinsinnige Beschreibungen des Lebensalltags von großem Unterhaltungswert sein können, stellte Peter Licht bereits mit Alben wie „Vierzehn Lieder“ (2001) und „Stratosphärenlieder“ (2003) unter Beweis. Auch auf seinem dritten Longplayer, „Lieder vom Ende des Kapitalismus„, überzeugt er mit extrem humorvollen und sensiblen Songs.
Seinen Aktionsradius hat er in den vergangenen Jahren in Richtung Theater kontinuierlich erweitert. Bereits 2003 steuerte er die Musik zum Theaterprojekt „Karoshi. Tod durch Überarbeitung“ an den Münchner Kammerspielen bei. Und im Februar 2006 wurde im selben Theater das Stück „Wir werden siegen. Und das ist erst der Anfang“ aufgeführt, das sich ebenfalls der Musik und Texte von Peter Licht bedient. Und weil das offenbar noch nicht genug ist, hat Peter Licht im Frühjahr dieses Jahres im Blumenbar Verlag sein erstes Buch veröffentlicht: „Wir werden siegen. Buch vom Ende des Kapitalismus“.
Album mit Buchvorlage
Die verschiedenen künstlerischen Darstellungsformen kann und will Peter Licht schon lange nicht mehr fein säuberlich trennen, auch wenn die Musik bei ihm immer noch den höchsten Stellenwert genießt. „Das Buch und die Platte speisen sich mehr oder weniger aus den gleichen Quellen“, sagt Licht. „Wobei man sich bei den Songs notgedrungen reduzieren muss, allein was die Länge der Texte angeht.“
Dafür habe man bei einem Buch die Möglichkeit, einen anderen Weg zu gehen. Trotzdem überschneiden sich die beiden Darstellungsformen sehr stark. „An manchen Stellen im Buch tauchen Zeilen auf, die später auch in den Songs mit drin sind. Und so geht das hin und her. Für mich ist das eine sehr schöne Form. Das Buch ist wie ein Zettelkasten aufgebaut, und das hat ganz gut zur Produktion des Albums gepasst.“
Anspruchsvoll
Auch mit dem neuen Album mutet Peter Licht seinen Hörern wieder einiges zu. Bei Songs wie „Das absolute Glück“, „Wettentspannen“ oder „Es bleibt uns der Wind“, kann einem das Lachen im Halse stecken bleiben, denn bei aller Distanz transportieren Lichts Kompositionen oft bedrückende Wahrheiten.
Bei den Aufnahmen zu „Lieder vom Ende des Kapitalismus“ arbeitete Licht zum ersten Mal mit dem Produzenten Jochen Naaf zusammen – eine positive Erfahrung für den Songwriter: „Um jede Betriebsblindheit auszuschließen, ist es für mich sehr wichtig, dass eine andere Person meine Songs beurteilt. In dieser Hinsicht ist Teamarbeit immer gut und wichtig.“


