Musik

„Laut gegen rechte Gewalt“: Künstler mit Vorbildcharakter

Mit der Benefiz-Tournee „Laut gegen rechte Gewalt“ wollen Bands aus dem Alternative-Rock-Lager ein Zeichen gegen Rechtsextremismus und Ausländerfeindlichkeit setzen. Zu den beteiligten Gruppen gehören Such A Surge, Sportfreunde Stiller und die Emil Bulls.

Im April letzten Jahres waren es HipHopper wie Blumentopf, Tefla & Jaleel oder Torch, die unter dem Motto „Die Leude woll“n, dass was passiert“ durch die neuen Bundesländer tourten, um Geld für die „stern“-Aktion „Mut gegen rechte Gewalt“ einzuspielen. Wie notwendig solche Initiativen sind, zeigte die Tatsache, dass es auch während dieser Tour Übergriffe von Neonazis gegen Musiker und Tourbegleiter gab.

Nun trommelten Tonträger-Major Universal Music und seine Repertoiregesellschaften Motor Music und Mercury Records, die Magazine „stern“ und „Visions“, die Textilmarken Fred Perry und Lonsdale sowie die Promotionfirma Büro Lärm Rock-Acts wie Such A Surge, 4Lyn, Sportfreunde Stiller, Kungfu, die Emil Bulls und NTS für eine Nachfolgetournee zusammen. Die Musiker geben in unterschiedlichen Konstellationen zwischen dem 30. Januar (Neumünster) und dem 9. Oktober (Rostock) insgesamt sieben Konzerte – diesmal sowohl in den alten wie den neuen Bundesländern.

Der Erlös aus den Eintrittskarten geht erneut an die „stern-Aktion „Mut gegen rechte Gewalt“. Die Berliner Amadeu-Antonio-Stiftung wählt Anti-Rechts-Initiativen, aus, denen die Gelder dann zugute kommen. Petra Husemann-Renner, Managing Director Motor Music, bekräftigt die Bedeutung solcher politisch motivierter Aktionen von Musikern: „Künstler haben ja in der Tat oft Vorbildcharakter für viele Jugendliche und können durch ihr Engagement in dieser Sache sicher eher Denkanstöße geben als mancher Lehrer oder die Eltern. Damit sorgen sie dafür, dass Politik bei den Kids überhaupt wieder zum Thema wird.“

Peter Friesenhahn, Deutschland-Repräsentant von Fred Perry, betont, dass „wir als ausländisches Unternehmen nicht akzeptieren wollen, dass rechtsradikale Gedanken wieder populär werden in Deutschland“. Fred Perry übernimmt gemeinsam mit den beteiligten Universal-Firmen die Tourneekosten. Die Sportbekleidungs-Firma Lonsdale, deren Produkte wegen der Buchstabenfolge „nsda“ unbeabsichtigt Nazi-Kundschaft ansprechen, stellt 2000 T-Shirts für die Tour zur Verfügung.