In Kooperation mit Kollegen aus den Niederlanden und England hatten die deutschen IFPI-Mitarbeiter das Presswerk ausfindig gemacht und den Fall an die Polizeibehörde in Bonn übergeben. Die Beschlagnahmung der Anlagen des Presswerks und die Verhaftung eines Verdächtigen erfolgte laut der Pressemitteilung „bei laufenden Maschinen“. Sichergestellt wurden eine große Zahl illegaler CDs mit hauptsächlich deutschem und niederländischem Repertoire.
Gefunden wurde auch mehr als eine Tonne Polycarbonat, Rohstoff für die CD-Produktion. Der Wert der dort gefertigten Raubkopien wird auf rund 30 Millionen Mark geschätzt. In Heidelberg ging der IFPI und der Polizei ein weiterer CD-Pirat ins Netz: Bei dem Mann wurden rund 500 Masterbänder von Live-Konzerten, die als Vorlage für illegal gebrannte CDs dienten, und rund 60.000 illegal aufgenommene Künstlerfotos beschlagnahmt.
„Musikpiraten sind wir auch international knallhart auf der Fährte“, erklärte Dr. Martin Schaefer, Geschäftsführer der deutschen Landesgruppe der IFPI. „Unsere Ermittler verfolgen Urheberrechtsverletzungen konsequent und bringen jeden Fall zur Anzeige.“ In Österreich vernichtete die IFPI Austria zusammen mit dem österreichischen Zoll mehr als 100.000 CDs. Die Raubkopien stammten aus tschechischen Presswerken und waren für den Verkauf in der EU bestimmt.



