Der Gründer des britischen Labels Cherry Red, Iain McNay, will mit einem neuen Modell sicherstellen, dass ältere Musiker auch nach dem Auslaufen von Leistungsschutzrechten ihre Tantiemen erhalten. Erst kürzlich hatte Cherry Red Alben mit Aufnahmen von Elvis Presley und Bill Haley auf den Markt gebracht. Die Aufnahmen der Werke lagen mehr als 50 Jahre zurück, somit waren die Leistungsschutzrechte nach britischem Recht abgelaufen und ans Gemeingut – in Großbritannien Public Domain – gefallen.
McNay schlägt nun ein fondsbasiertes Modell vor, finanziert von Plattenfirmen, die Werke aus dem Gemeingut veröffentlichen. Allerdings will der Cherry-Red-Gründer auch eine soziale Komponente einbauen: Statt an oftmals wohlversorgte Erben verstorbener Stars zu zahlen, soll der Fonds zur finanziellen Unterstützung notleidender oder älterer Musiker dienen.
Die Diskussion um Leistungsschutzrechte kam im letzten Jahr in Gang, nachdem in Europa die Rechte an den frühen Aufnahmen von Elvis Presley wie „That’s All Right, Mama“ abliefen. Das gleiche Schicksal droht bereits in sieben bis acht Jahren den frühen Hits der Beatles und der Rolling Stones. Die Briten fordern nun z.B. eine Anhebung des Leistungsschutzes von bislang 50 Jahren auf 95 Jahre wie in den USA.


