“Kylie will zuerst noch ein Greatest-Hits-Album veröffentlichen und anschließend ein Jazz-Album machen“, sagt ein Vertrauter der Sängerin und erklärt: „Sie strebt einen erwachseneren Sound an, der ihrer gereiften Persönlichkeit entspricht.“ Natürlich wolle sie nicht ganz auf ihren „sexy Look“ verzichten, ihm jedoch einen anspruchsvolleren Anstrich verpassen.
Möglicherweise ließ sich Minogue von Kolleginnen wie Norah Jones oder Katie Melua inspirieren, die in jüngster Zeit nicht nur der Jazzmusik zu großen Chartserfolgen verhalfen, sondern sich auch als Alternative zu den sexualisierten weiblichen Popdiven etablierten. Im Gegensatz zu Robbie Williams der mit „Swing When You’re Winning“ ebenfalls einen Genrewechsel versuchte, will Minogue sich allerdings nicht auf das Covern großer Hits verlassen, sondern unbekanntere Stücke einsingen.
Bereits in den 90ern hatte die Australierin einmal den Ausbruch aus der heilen Popwelt erprobt, als sie sich vom Songwriter-Team Stock/Aitken/Waterman verabschiedete, mit dem sie zuvor diverse Hits verbuchen konnte. Ihr damaliger Freund, der inzwischen verstorbene INXS-Sänger Michael Hutchence, soll sie damals dazu angespornt haben, sich von ihrem Popsternchen-Image zu lösen. Und obwohl die Kritiker ihrer künstlerischen wie optischen Reinkarnation wohlgesonnen waren, war Minogues wilderem Selbst kein kommerzieller Erfolg beschieden. Dieser kehrte erst in den späten 90ern zu Minogue zurück, als sie die konsequente Fortsetzung ihres früheren Images einläutete und sich wieder als sexy Popprinzessin inszenierte.


