Musik

Kuhn: Der richtige Riecher

Kuhn kommt zurück und hat auf seinem gleichnamigen Album, das am 1. Oktober bei WEA Records erscheint, statt alter Schlager neuen deutschen Pop im Gepäck. Eine Tournee soll den Fans die Musik näherbringen.

Beim Namen Dieter Thomas Kuhn denkt man an seinen Vornamensvetter Dieter Thomas Heck, an Glitzeranzug, Blondtolle und Brusthaartoupet. Dabei ist es in Wahrheit die Nase, die ihn auszeichnet. Diese witterte nämlich vor zehn Jahren, dass die Zeit des neuen Schlagers angebrochen war. „Gildo Horn kannte ich damals noch nicht“, berichtet der Thübinger, „erst später erzählte mir jemand, dass da einer in Köln das gleiche machte wie wir.“ Seine feine Nase sagte Kuhn auch, man kann alte Schlager mit einer Prise Ironie würzen, so schmecken sie einem jungen Publikum, das Jürgen Marcus, Rex Gildo und Howard Carpendale sonst nicht zu sich nehmen würde.

Nach zwei Goldalben, einem Echo-Award und 700.000 verkauften Tonträgern bewies der gelernte Masseur erneut den richtigen Riecher: „1999 beschlossen wir aufzuhören. Das war eine Entscheidung aus dem Bauch heraus. Wir hatten das Gefühl, es ist vorbei.“ Heute nennt er sich nur noch Kuhn, der Dieter war ohnehin nur geliehen. Ob er mit seinem neuen Album, „Kuhn“ (Best. Nr.: 092 740 138-2) wieder den Zeitgeist aufgespürt hat, wird sich zeigen. Statt Schlager zu covern, setzt er dieses Mal auf Originale.

Leute wie Niels Frevert (Nationalgalerie), Lukas Hilbert (Lindenberg/ROH) und Basti (Sils Maria) schrieben ihm emotionsgeladene Lieder auf den Leib. Mit der Ironie ist Schluss, stattdessen geht es in seinen flauschigen Rocksongs ganz seriös um Liebe. „Sehnsüchte sind für mich das Hauptthema. Ich fühle mich nun mal nicht berufen, Zeitkritik zu üben“, meint Kuhn. „Für mich ist Musik Unterhaltung, dort darf die Liebe ganz groß behandelt werden.“

Zur Veröffentlichung des Albums am 1. Oktober werden Kuhn und Band bei AOL einen „Unplugged Gig“ spielen. Seine Single „Der Tag“ hat bereits einen festen Platz auf den Playlists diverser Radiosender. Auch von der Presse – angefangen bei „Brigitte“ über „Gala“ bis zum „Rolling Stone“ und „Focus“ – wird Kuhns Comeback aufgegriffen. In 44 Städten werden Plakate an Litfassäulen hängen. Im Anschluss an die VÖ des Albums geht Kuhn auf Tournee, die ihn durch 17 Städte führt.