Während sich die Plattenfirmen derzeit mit Apple um den Verkaufspreis im iTunes Music Store zanken, wollen die Künstlermanager mit den Majorlabels ein digitales Hühnchen rupfen. Der Tantiemensatz für Onlineverkäufe sei viel zu niedrig, die Majors zu knickrig, findet das Music Managers Forum (MMF) und hat deshalb am Rande des Fachkongresses In The City die Kampagne Know More! gestartet.
Statt des Künstleranteils von zwölf Prozent beim Verkauf von CD-Singles erhielten seine Mandanten vom Verkauf eines Downloads lediglich sechs Prozent, beklagte sich MMF-Chairman Jazz Summers. „Die Verkaufspreise und die Tantiemen wurden in der Vergangenheit nach und nach immer mehr abgesenkt. Mittlerweile sind wir an einem Punkt angelangt, an dem Künstler mehr als 1,5 Mio. Einheiten verkaufen müssen, um nach dem Abzug der Kosten für Studio und Tour-Support einen Verdienst vorweisen zu können“, klagt Summers in der Londoner „Times“. Der Preisdruck auf die Anteile der Künstler sei ein Ergebnis des aktuellen Zustands der Tonträgerindustrie, die vom Erfolg der digitalen Medien „mit heruntergelassen Hosen erwischt wurde“.
Nach Ansicht des MMF hat die Musikbranche die Preisgestaltung im Digitalgeschäft den Downloadhändlern überlassen, weil sie selbst kein tragfähiges Onlinevertriebsmodell zustande gebracht hatte. Nun würden die Plattenfirmen versuchen, ihre Margen zu retten, indem sie ihren Künstlern Sonderrabatte für neue Technologien in die Verträge diktieren, so Summers.
Mit seiner Position stellt sich das MMF auf die Seite der britischen Urheberrechtsgesellschaft MCPS/PRS, die ihren Streit mit den in der BPI organisierten Plattenfirmen über die Aufteilung des digitalen Kuchens vermutlich erst vor dem Schlichter beilegen wird. „Die BPI hüpft mit einer Reihe von Downloadhändlern ins Bett, die gerade unser Mittagessen verspeisen“, wettert Summers.


